Uganda will Schwule ermorden

Demonstration gegen Ermordung von SchwulenUpdate! Das afrikanische Land Uganda will ein Gesetz einführen, laut dem HIV-positive Schwule getötet und alle anderen Schwulen für immer eingesperrt werden sollen. Die Regierung von Uganda wurde dabei inspiriert durch das Buch eines US-Evangelikalen namens Scott Lively, der Homosexualität für gefährlich hält und sie heilen will. Lively glaubt, dass es eine Schwulen-Agenda für die Weltherrschaft gäbe und Verbindungen zwischen der Nazi-Ideologie und der Schwulen-Ideologie (?) bestanden hätten.

Einer der lautesten Unterstützer des Gesetzesvorschlags ist laut TIME der charismatische Pastor Martin Ssempa, der eine ugandische Organisation für die Auslöschung von AIDS leitet, die finanzielle Unterstützung von der US-Regierung erhält und die in Verbindung steht mit der Southern California’s Saddleback Church, geleitet von dem überaus einflussreichen US-Evangelikalen Rick Warren, bekannt für seinen Bestseller „The Purpose Driven Life„. Scott Lively sagte, dass das Gesetz zu weit gehe. Rick Warren sagte das nicht, sondern stattdessen:

„Es ist nicht meine persönliche Aufgabe als Pastor in Amerika, den politischen Prozess anderer Nationen zu kommentieren oder mich darin einzumischen.“ Der anglikanische Pastor der Erzdiözese von Boston, Reverend Kaoma, stellte fest, dass Warren einen großen Einfluss auf die politische Elite Ugandas hat und viele Parlamentarier, darunter die First Lady Janet Museveni (die Ssempa nahesteht), zu seinen Freunden zählt. „Er isst mit ihnen, er weiß, was vorgeht, sie respektieren ihn“, sagte Kaoma in einer Konferenzschaltung.

Ich werde meine Position wohl korrigieren müssen. Evangelikale sind doch nicht so weit entfernt von der Taliban, wenn sogar einflussreiche Prediger aus diesen Reihen nichts gegen ein Gesetz unternehmen, das die Verhaftung und Ermordung von Schwulen zum Ziel hat, obwohl dieses Gesetz nachweisbar durch ihre eigenen Ideen inspiriert wurde.

Die kritische Journalistin Rachel Maddow legt sich in diesen zwei Videos mit Richard A. Cohen, einem Schwulenheiler, der ebenfalls das ugandische Gesetz inspirierte, an:

Tipp: Die Debatte zwischen Neo-Atheist Sam Harris und Rick Warren (deutsch übersetzt):

Teil 1, Teil 2

Update: Das Gesetz wird doch nicht eingeführt, also bleibt es wie bisher: 14 Jahre Gefängnis für Schwule in Uganda.

Veröffentlicht in: on 10. Dezember 2009 at 17:09  Kommentare (8)  

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8 Kommentare Einen Kommentar hinterlassen

  1. Ja, die Welt ist ein schrecklicher Ort.

  2. Der Kerl im Video ist nicht Scott Lively sondern Richard A. Cohen, zu sehen auch hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=h9nRLU_1TBM#1:22

  3. [...] [...]

  4. Ich hatte mal Mugabe als intelligenten und fairen Staatsmann betrachtet, bis er vor ca. 15 Jahren bei einer Buchmesse, wenn ich mich recht erinnere, massiv und auf übelste Art über Homosexuelle gelästert hat. Seitdem war er mir suspekt. Angeprangert wurde er jedoch erst seit den Landübernahmen.

    • Nachtrag: Es ist mir schon klar, dass Mugabe Staatschef von Zimbabwe ist. Ich wollte damit nur sagen, dass Homosexuellen-Hetze evt. ein Indikator ist für den Zustand einer Elite, die eine Gefahr für die eigene Bevölkerung werden kann. Uganda gehört zu den Lieblingen der westlichen Politiker (wie es auch Kenia, Zimbabwe, Ruanda es einmal waren.

  5. Davon abgesehen, daß Warren dem Augenschein nach ein Feigling ist: Geht es in diesem Artikel um die Menschen, denen SChaden und Leid zugefügt werden, oder bloß darum, mal wieder Extremisten zu denunzieren?

    • Wie geht das „Extremisten denunzieren“, meinten Sie wohl „benennen“?


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