Das Hakenkreuz muss hängen bleiben

Kölner Dom 1937Offenbar bin ich nicht in der Lage, gläubigen Christen zu vermitteln, wie ich mich fühle, wenn ihr religiöses Symbol in öffentlichen Gebäuden hängt und mich von dort oben für meinen Unglauben verurteilt und mich ausgrenzt. In völliger Gleichgültigkeit gegenüber dem, was ich zur Neutralität des säkularen Staates gesagt habe und in völliger Respektlosigkeit gegenüber Atheisten hat ein Benediktinermönch hier einen Kommentar zu meiner Aufforderung, die Kreuze aus öffentlichen Gebäuden zu entfernen, abgegeben. Den gibt es jetzt zurück.

In seinem Kommentar spricht der Mönch über „besinnungslos wütende Atheisten, die ihrem Volk nur wenig mehr gaben als Mauern, Archipel und Ausrottung“. Das sind wir also aus christlicher Sicht: Besinnungslos wütende Barbaren. Kardinal Meisner und der Papst sehen das ähnlich. Wie ihr wollt. Hier der Kommentar, wie ich ihn wahrgenommen habe:

Hitler und die liebe Kirche

Das Hakenkreuz muss hängen bleiben

Die Fenster der Freiheit schließen sich. Ausgerechnet im Namen der Freiheit werden grundlegende Freiheitsrechte beschnitten. Diesmal mit dem Hakenkreuz. Mit dem angeblichen Menschenrecht auf einen hakenkreuzfreien Unterrichtsraum wird die Freiheit des Staates angegriffen, sich ein Warnzeichen gegen jede Ideologie an die Wand zu heften.

Dabei gab vor einigen Wochen eine Berliner Oberstufenschülerin dem Stürmer zu Protokoll: Führerkult ist ein Menschenrecht. Ein Mitschüler hatte sich erstritten, in einem Extraraum während der Schulzeit den Führer verehren zu dürfen. Und das in einem Bundesland, in dem die Rassenkunde aus dem Fächerkanon der Schule verbannt wurde. Die ideologische Parole von der “Freiheit vom Faschismus” stinkt da gewaltig an gegen die Freiheit, die von dem Faschismus des Hakenkreuzes ins Abendland gebracht wurde. Es ist die Freiheit, die sich aus dem Blick auf die ganz andere Welt des Führers eröffnet. Sie schaut mit den Augen des Führers durch das Fenster aus Untertanentum und Kampfeswut auf alles, was in dieser Welt ist. Und stellt es infrage.

Klerus und Nazis

Es mutet wie ein Treppenwitz der Geschichte an, dass muffig anmutendes Gehabe Einzelner im Namen der Freiheit der Identität eines ganzen Volkes an den Kragen gehen kann. Es erinnert mich an Wolfenstein. Dort haben vor über 70 Jahren die Bauern in düsterer Vorahnung Mistgabeln ergriffen, um jene zu vertreiben, die die Hakenkreuze aus den Klassenzimmern reißen wollten. Diese Verteidiger des Hakenkreuzes verstanden sich als Verteidiger der Freiheit.

Görings Heirat

Hakenkreuz und Freiheit? Wer vom Hakenkreuz spricht, kommt nicht umhin, von seinem Missbrauch auf dem Weg ins Heute zu sprechen. Keine Diskussion vergeht denn auch, in der einem nicht Poleneinmarsch und Russlandfeldzug unter die Nase gerieben werden. Dagegen können Heerscharen von Nazis, die im Hakenkreuz den Grund für eine grundlose Liebe zu jedem Mitmenschen sehen, nichts ausrichten. Auch erscheint rückblickend der Siegeszug des Führers im Zeichen des Hakenkreuzes wenig mit „Mein Kampf“ zu tun zu haben. Immerhin ist es das gleiche Zeichen, das in Deutschland, Österreich, Schweden und an vielen anderen Orten Nazis über Jahrzehnte unter dem Fußboden versteckten, um es durch die Bretter hindurch zu verehren. Es war eine Kraftquelle gegen besinnungslos wütende Atheisten, die ihrem Volk nur wenig mehr gaben als Mauern, Archipel und Ausrottung.

Das Hakenkreuz wird zum Schlagstock

So gegeneinandergestellt zeigt sich: Wenn das Hakekreuz in Staatshand gerät, wird es schnell zum Schlagstock. Gut deshalb, dass sich die Gesellschaft gegen jede Vereinnahmung von faschistischer Seite erwehrt. Freilich begründet sie das mit ebenjenen Werten, die ihr aus der Botschaft des Hakenkreuzes überkommen sind: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Solidarität, Personenwürde und mehr.

Der Führer starb im Führerbunker, weil die staatlichen und religiösen Kräfte seiner Zeit den Kontakt zu ihrem Sinn und Ursprung verloren hatten. Er wurde dem Glauben nach, der sich mit dem Hakenkreuz verbindet, auferweckt, damit die Menschen niemals mehr Menschenrechte vor Rasse, Säkularismus vor Einheit stellen und Unterdrücker in keiner anderen Ideologie Namen andere unterdrücken dürfen.

Wie wir Menschen uns auch organisieren: Es braucht das Zeichen des Hakenkreuzes, damit Nazi Propagandaes das Fenster anzeigt, das alle geschlossenen Denksysteme brauchen, um menschlich zu bleiben. Ein Staat, der in seine Amtsräume ein Hakenkreuz hängt, macht sich die Demut zu eigen, niemandes Weisheit letzter Schluss sein zu können. Lehrer, die unterm Hakenkreuz unterrichten, bedeuten ihren Schülern, dass es noch andere Sichtweisen gibt auf die Dinge, die sie unterrichten, als jene, die sie bewusst oder unbewusst mitunterrichten. Und der Richter, zu dem der Angeklagte blickt, braucht das Hakenkreuz über sich, da es auf eine Gerechtigkeit verweist, die kein Urteil dieser Welt geben kann.

Nazi-Andacht

Die Gemeinwesen des Abendlandes haben ihre Werte aus der Botschaft des Hakenkreuzes empfangen. Diese zu verkünden, ist Aufgabe derer, die ihr Glauben schenken. Die Werte, die daraus folgen, sind auch ohne diesen Glauben gültig. Deren Zeichen ist das Hakenkreuz. Wer es verbannen will, sollte gut befragt werden, welche Freiheit er damit in Anspruch nimmt. Es ist jedenfalls nicht jene, die der Staat sich bewahrt, der Respekt vor dem Hakenkreuz hat. Er hilft sich damit, demütig zu bleiben und niemals des Führers Stelle vertreten zu wollen. Er bejaht, dass seinen Bürgern das Fenster zur Welt des Führers offensteht und – das darf er gern – erwartet sie daraus zurück als kritische Helfer am Aufbau einer pluralen, menschwürdigen Gesellschaft, in der es weder Denk- noch Glaubensverbote gibt.

Gott mit uns?

Veröffentlicht in: on 7. November 2009 at 15:43  Kommentare (26)  

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26 Kommentare Einen Kommentar hinterlassen

  1. Schade, dass kaum keiner der ernstzunehmenden Kreuzabnehmergegner diesen Artikel lesen wird. Alle die was zu sagen haben und über entsprechenden Einfluss verfügen sind mehr damit beschäftigt, ihr neustes Foto im landesüblichen Boulevardmagazin zu bewundern. :(

  2. Der Kommentar des Mönchs ist die übliche Scheuklappen-Soße.

    Hier noch zwei schöne Bilder zum Thema:

    http://fareus.wordpress.com/2009/08/07/die-gottesverrater-2/

  3. Naja, als religiöser Mensch wird man den Vergleich zurecht ein bisschen wackelig finden, aber wenn es gegen die Kirche geht, bin ich immer gerne dabei…

    • Nun die Strukturenähnlichkeit zwischen Faschismus und RKK ist ja nun nicht so schwer zu sehen. Nicht umsonst konnten beide so gut miteinander.

      Ansonsten eine schöne Antwort auf einen in meinen Augen recht absurden Kommentar, wo mal wieder das alte Spiel von „weiß“ ist „schwarz“ und „schwarz“ ist „weiß“ gemacht wurde. Einfach eine dreiste Umdeutung von populären Begriffen wie „Freiheit“ untermauert mit geschichtlichen Halbwahrheiten und Wunschinterpretationen.

  4. Nanana, lieber Herr Autor, wir werden doch nicht Mängel an der eigenen Argumentation unter den Tisch fallen lassen.

    Das mußt Du aushalten!

    Das ist zwar hart – aber einzig glaubwürdig.

    Denn wie rechtfertigst Du sonst Deine Kritik an der Scheinheiligkeit der Kirchen??

    Dass Du einem Fake aufgesessen bist, entehrt Dich nicht.

    Der Hinweis, dass es sich bei dem Ratzinger-Bild um Photoshopping handelte, ist auch für alle anderen interessant.

    Wissen ist Macht!

    • Ich sehe das Problem nicht. Du meintest, es ist ein Fake, also habe ich das Bild rausgenommen.

  5. Nope. Das Ding ist: Dieses Bild ist eine bewußte Fälschung. Dir ist der Fehler unterlaufen, es für voll zu nehmen. Kein Problem.

    Das Problem beginnt in dem Moment, indem Du das Bild nach meinem Hinweis still und heimlich aus dem Beitrag nimmst und meinen Link auf das Original aus meinem Kommentar entfernst.

    Kannst Du ja auch alles machen. Dein Ding. Ist ja Dein Blog.

    Ich finde es nur scheinheilig, wenn man auf einen Fehler aufmerksam gemacht wird und diese Kritik – die durchaus allen einen Zugewinn an Information ermöglicht – einfach unterm Tisch verschwinden läßt.

    Wie gesagt, es ist kein Problem, dass Dir das passiert ist. Aber Du bist nicht der einzige, der dieses Bild verwendet. Deshalb wäre es in meinen Augen für alle hilfreich, wenn sie wüßten, dass es sich bei dem Bild um eine Fälschung handelt.

    Und – ganz wichtig(!): Meine Kritik richtet sich NICHT gegen Dich als Person! :o )

    • Aber jetzt, wo das Bild weg ist, weiß keiner mehr, welches Bild ein Fake war.

      Gut, ich habe es zunächst für echt gehalten, da bekannt ist, dass Benedetto in der Hitler-Jugend war. Hätte nicht gedacht, dass es jemand für nötig hält, da etwas zu fälschen. Aber na und? Jetzt ist es gelöscht und an meiner Argumentation ändert sich gar nichts.

      • Sein Kommentar schrie förmlich nach einer Parodie, es ist nicht wirklich schwer, aus Kreuz, ein Hakenkreuz zu machen und der Rest kann so bleiben wie er ist.

        Ich hätte echt gern gewusst, um welches Bild es sich handelt?

        Gibts dafür eine URL?

  6. Lieber Andreas Müller,

    danke für den informativen Artikel.

    Die Bilder sind sehr aufschlussreich, die Kirche stand immer schon auf der Seite der Mächtigen, was die heute gerne leugnet.

    Es war ja auch bei anderen Systemen so – nicht allein in Deutschland, auch in der ehemaligen Sowjetunion und dem Ostblock standen die Kirchenvertreter nie auf der Seite der unterdrückten Unterschichten sondern immer auf der Seite des Staates.

    Diesen Geburtsfehler der Kirche sollte man auch in deinem Blog klar benennen, wenn der nicht schon benannt wurde – Gab es nicht einmal den Spruch, der Jesus in den Mund gelegt wurde, „…gebt dem Kaiser was des Kaisers ist…“?

    Dieser Spruch stammt doch wohl vom selben Apostel, der den römischen Sklaven und Unterschichten ans Herz legte treu und aufrichtig weiter Untertan zu sein, und von Rebellion, selbst bei größtem Unrecht durch den röm. Staat, abgeraten haben soll.

    Der Geburtsfehler der Kirche von Anfang an, und wohl nicht allein bei der christlichen Religion.

    Die Religiösen sind immer auf der Seite der politisch und wirtschaftlich Mächtigen.

    Heute auch wieder, wo der geplante, und bereits stattgefundene, Sozialabbau, und Krieg im Innern sowie gegen äußere „Feinde“ von den Kirchen fleißig mitgetragen wird.

    Dies ist jedoch, mal abgesehen von ein paar Religionskritikern, Agnostikern und Atheisten, wie uns hier, noch ziemlich wenig Menschen in Deutschland bewußt.

    Ich bin sicher, wüßten dies mehr, dann würden die nicht allein mit Kirchenaustritten abstimmen, sondern auch medial dagegen protestieren, dass Kirchen sich anmaßen als Vertreter von Moral aufzutreten, die letztendlich immer die Moral der kirchlichen und staatlichen Obrigkeit in Deutschland ist – auf welche ich, ehrlich gesagt, pfeiffe.

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

    PS: Ich geb’s zu, ich bin eine Deschner-Geschädigter, und seh’s vielleicht ähnlich negativ wie Karlheinz Deschner was die Kirchen angeht.

    • „dass Kirchen sich anmaßen als Vertreter von Moral aufzutreten, die letztendlich immer die Moral der kirchlichen und staatlichen Obrigkeit in Deutschland ist – auf welche ich, ehrlich gesagt, pfeiffe.“
      –> Ach die Kirchen können die Moral gerne behalten und vertreten. Mir reicht die Ethik. Wenn Kirchen sich im Gegenzug da raushalten würden, hätte ich nichts dagegen.

      (Entschuldige die kleine Spitzfindigkeit, ansonsten habe ich an deinem Beitrag nichts kritisieren und möchte mit einem Zitat von Volker Pispers sagen: „Was meinen sie, was hier los wäre, wenn mehr Menschen wüßten, was hier los ist.“)

  7. Bruder Paulus ist für mich das christliche Äquivalent eines Internetabmahnanwalts.
    Er ist übrigens schon lange im Netz unterwegs und hinterlässt überall chrisdtlichen Beistand, wo es ihm angemessen scheint. Dort, wo ich vor Jahren das erstemal über ihn stolperte, war das allerdings recht absurd. Er gab als christlicher Mönch Rat und Tipps im Forum von pappa.com. Das ist ein Forum, in dem sich Scheidungsväter austauschen. Der gute Mann geht also im virtuellen Raum mutig dahin, wo es wehtut. :-)
    Man sollte ihn ernstnehmen, aber nicht überbewerten.

  8. @Bebu

    Hast natürlich recht. Übrigens Volker Pispers ist mir auch bestens bekannt, durch http://www.nachdenkseiten.de. Dennoch danke für den Hinweis, er hat ja recht, der gute Volker Pispers.

    Übrigens, was die Kirchen angeht, eine kleine Korrektur hätte ich noch anzubringen, dort wo die Kirchen wirklich auf der Seite der Unterschichten stehen – siehe hierzu die Befreiungstheologie – wird die gemaßregelt, vom Papst. Eben hochoffiziell ist die Kirche immer schon auf der Seite der Mächtigen, und wo die es anders hält wollen nicht einmal die eigenen Vorgesetzten etwas davon wissen, und belegen die Kirchenvertreter, wie Leonardo Boff, mit Lehrverbot. Verbrennen ist heute nicht mehr drin, also kommt die kath. Inquisition Kardinal Ratzingers, sorry Benedikt XVI, eben so….

    Man könnte die Kirche auch als Chamäleon bezeichnen. Dort wo die keine Macht hat hält die es mit den Unterdrückten, aber sobald die Kirchen an der Macht sind geht man wieder, was die Oberpfaffen angeht, mit den Mächtigen mit gegen die Unterdrückten, die man vorher noch unterstützt hat. Ein gutes Beispiel liefert Deschner ja mit Martin Luther, der war zuerst ein Freund der Bauern, die revoltierten, aber kaum hatte er die Unterstützung der Fürsten wurden dieselben Bauern verraten und verkauft – durch Martin Luther. Übrigens eine Tatsache, die die evangelische Kirche bis heute nicht gerne hört, genauso wie ihre Schuld an der Hinrichtung Müntzers…..eines Freundes Luthers, der nach seinem Abfall in Richtung Fürsten von Luther verraten wurde und unter dem Beil des Henkers endete….

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  9. Das ist wirklich, wirklich traurig, wenn Du Dich so fühlst, wirklich traurig. Das ist aber ganz alleine Dein Problem.

    Ich zum Beispiel kann das christliche Symbol tolerieren ohne dabei in Hysterie zu verfallen. Ich weiß ja, woher meine Kultur kommt und die meiner Eltern, Großeltern und wiederum ihrer Vorfahren. Kannst Du das von Dir behaupten, daß Du das weißt? :)

    Ich kann auch ungläubig oder nicht gottgläubig sein ohne anderen permanent mit meinem Atheismus ins Gesicht zu springen. Tatsächlich. Das geht. Letztendlich ist der ganze Unglauben nämlich nur ein anderer Glauben, denn die Gewißheit darüber, was wahr ist und was nicht, die wird man erst nach dem Tode erfahren.

    Und auf dem Sterbebett, da fängt bei den meisten das heulen und Zähneklappern an und sie fragen sich, ob es das schon war. Wer weiß? Ich weiß es nicht. Ich glaube es nur zu wissen.

    Und die Ideologie des Hakenkreuzes mit den Lehren der Bibel zu vergleichen, da muß man schon sehr ahnungslos sein. Sehr ahnungslos.

    • Wow, du weißt woher deine Kultur kommt! Du Held, ich würde allerdings meine Seele (wenn das nicht witzig ist…) darauf verwetten dass fast alle hier Anwesenden das auch wissen, und deshalb Atheisten sind!

      Und deine Argumentation Unglaube = Glaube ist dermaßen ausgelutscht dass ich mir nicht mal die Mühe mache sie zu widerlegen!

      Die Leute die am Sterbebett so einen Müll von sich geben haben einfach Angst und die Lehren der Bibel übertreffen in Sachen Bosheit „Mein Kampf“ um längen (teilweise).

      • „und die Lehren der Bibel übertreffen in Sachen Bosheit „Mein Kampf“ um längen (teilweise).“
        –> Exakt. Man könnte manchmal glatt den Eindruck kriegen, dass die Bibel als Anleitung im Vernichtungskrieg gedient hat.

      • @Stefan, Bebu

        Wieso nur teilweise?

        Die Bibel ist ja direkt antisemitisch zu nennen, was die Kirchen natürlich entweder leugnen, oder noch schlimmer, die judenfeindlichen Stellen des angeblich unveränderlichen, ewig gültigen „Heiligen Textes“ werden verharmlosend umgeschrieben.
        Nicht nur bei der Thematik Antisemitismus wird ein Ding gefordert – um nur ein Beispiel dieses Textes zu nennen, der schon einmal auf dem Index für „Jugendgefährdende Schriften“ stand, kein Witz – was die UN heute eindeutig ächtet: Der Völkermord.
        Die Bibel rechtfertigt dieses abscheuliche Verbrechen sogar, wenn es um „Heiden“ geht, die mitsamt ihrem Vieh abgeschlachtet werden sollten….

        Nur ein Beispiel von vielen, die die Menschenfeindlichkeit der christlichen Bibel beweist….

        Gruß
        Nachdenkseiten-Leser

      • Ich bin übrigens schon lange der Ansicht, dass sogenannte „Heilige Texte“ auf Menschenfeindlichkeit, und andere Grausamkeiten, durchsucht werden sollten.

        Sollten diese vorkommen, dann gehört die Heilige Schrift (egal ob Bibel oder Koran oder was sonst auch immer) dementsprechend gekennzeichnet…

        Verbieten wäre Zensur, aber Kennzeichnung halte ich für richtig, und evtl. noch der Hinweis, dass diese Vorschriften für ihre damalige Zeit geschrieben waren, und für diesen Zeitraum damals auch galten bzw. heute – dank Vernunft und Aufklärung sowie Menschenrechtscharta der UN bzw. Grundrechten von Menschen – als überholt und veraltet gelten.

        Gruß
        Nachdenkseiten-Leser

      • Nun ich habe das „teilweise“ stehen gelassen, weil viele Stellen in der Bibel einfach nur langweilige Chroniken, Bauanweisungen, etc. sind und in einigen wenigen Stellen die „gut“ klingenden Inhalte (wie Nächstenliebe, Gottebenbildlichkeit, o.ä.) enthalten sind, aus denen sich heutige Theologen ihr Überleben in unser Gesellschaft sichern.
        Deshalb wäre ein Begriff, der die ganze Bibel miteinschließt zu viel gewesen „fast komplett“ hätte aber schon gepasst.

        Antijudaistisch sind sicherlich weite Teile des NT. Das AT kann es schwerlich sein, da es ja selbst eine Schrift der Juden ist.
        (Wobei viele Gewalttaten dieses AT-Gottes auch das Gegenteil vermuten lassen.)

      • @bebu

        du schreibst:

        „[...]Nun ich habe das „teilweise“ stehen gelassen, weil viele Stellen in der Bibel einfach nur langweilige Chroniken, Bauanweisungen, etc. sind und in einigen wenigen Stellen die „gut“ klingenden Inhalte (wie Nächstenliebe, Gottebenbildlichkeit, o.ä.) enthalten sind, aus denen sich heutige Theologen ihr Überleben in unser Gesellschaft sichern.
        Deshalb wäre ein Begriff, der die ganze Bibel miteinschließt zu viel gewesen „fast komplett“ hätte aber schon gepasst.[...]“

        Akzeptiert – Übrigens, die wenigen „gut“ klingenden Inhalte beinhalten doch meist Punkte, die jeder Mensch – auch ohne Religion – so unterschreiben würde? Insofern hast du schon recht mit „fast komplett“, aber dies sollte man auch bedenken – Der Humanismus ist weit älter als die Religion und da kann man nicht ausschließen, dass humanistische Punkte – von anderen Texten abkopiert oder als Gedanken gestohlen – eben in der Bibel landeten, und als Gedanken dieser Schrift verkauft wurde. Ich stand einmal, nur um ein Beispiel zu nennen, vor den 10 Geboten des Hamurabi – jenes ur-antiken Königs, dessen Gesetzestafeln in die Bibel kopiert wurden, und als Moses 10 Gebote verkauft werden – bis heute.

        „[...]Antijudaistisch sind sicherlich weite Teile des NT. Das AT kann es schwerlich sein, da es ja selbst eine Schrift der Juden ist.
        (Wobei viele Gewalttaten dieses AT-Gottes auch das Gegenteil vermuten lassen.)[...]“

        Stimmt schon, aber kann man ausschließen, dass Antijudaistische Teile im AT landeten nachdem christliche Kopisten die für die Christen abschrieben? Im Prinzip gebe ich dir auch hier recht, aber dies sollte man bedenken. Ich bin kein Theologe, aber rein vermutet ist die 90% – wenn nicht sogar 100%ige Wahrscheinlichkeit nicht von der Hand zu weisen, dass christliche Kopisten hebräische Texte für das Christentum, auch was das AT angeht umgeschrieben haben.

        Übrigens, gilt für die Juden nicht die Thora als Gesetzestext? Ich denke einmal die berufen sich nicht auf das AT, da die eben die Thora + andere jüdische Schriften haben – von deren Originalen eben das AT abgeschrieben wurde – wobei es sicher zu sogenannten „Fehlern“, die einfach stehen geblieben sind, kam – mit fatalen Folgen für die christliche Nachwelt.

        Ein hochaktuelles Beispiel ist die Sache, die ich einmal bei HPD – glaube ich – las, die mit der „Jungfrau Maria“, die auf einem fatalen Übersetzungsfehler basieren soll. Im hebräischen Original heißt es „Junge Frau Maria“….auch nur ein Beispiel von vielen mit fatalen Folgen….wie bereits erwähnt….

        Gruß
        Nachdenkseiten-Leser

      • Hmm, also ich habe meine These eingeschränkt weil sonst garantiert wieder das Argument mit dem barmherzigen Samariter kommt.

        Dort wendet sich die Bibel gegen Vorurteile, zwar widerlegt sie diese Ansicht vor und auch nach diesem Gleichnis aber ich wollte einfach vermeiden mich von besonders Befähigten wie Karl Eduart „belehren“ zu lassen.

        Tja, ich denke die Formulierung, in der Bibel steckt mehr Hass als in „Mein Kampf“ hätte es besser getroffen!

        (und wundert euch nicht, ich hab den Kommentar von meinem Schul PC geschrieben)

  10. @Karl Eduard

    Danke für Wust von christlichen Vorurteilen, denn du hier gegen Atheisten/Agnostiker/Religionskritiker und Andersgläubige verteilst. Wer sagt dir eigentlich, dass Gottlose nicht glücklich sind? Wer sagt dir, dass auf dem Sterbebett nicht schon so mancher auf Gott verzichtet hat? Was das Problem angeht, ich denke einmal, dass es nicht „unser Problem“ ist, sondern eines der Gottgläubigen wenn die Welt durch deren Gotteswahn (Zitat: Dawkins) zugrunde geht. Wer sagt dir eigentlich, dass Gottlose kulturlos sind? Ich denke der Unglauben – nicht allein der Atheismus -sind kulturell älter als das Christentum. Lies mal wissenschaftlich belegte Bücher zum Thema, und keine christliche Erbauungsliteratur, die in ihrem Fanatismus den islamischen Fundamentalisten (=Gotteskriegern) ähnelt. Bildet weiter ;-)

    Übrigens, ich selbst war einmal gläubiger römisch-katholischer Christ, bis ich – in deinen Augen – den Fehler machte ein Buch, mit eigenen Gedanken dazu, zu lesen, was mir die ersten Zweifel einbrachte. Nach diversen Schicksalsschlägen, die ich jetzt nicht näher erläubern will, beschäftigte ich mich mit der Frage: „Wieso läßt Gott all das Unrecht auf der Welt zu, und belohnt die Bösen statt die zu bestrafen?“.
    Hier der Hinweis: Die Frage könnte dich, natürlich nur vorausgesetzt du denkst ohne typisch christliche Scheuklappen darüber nach, vom Glauben abbringen, und dir beweisen – es gibt kein höchstes Wesen namens Gott, oder auch nur einen Gegengott namens Satan.
    Wie das Buch hieß, dass bei mir die ersten Zweifel streute, es war ein Buch, dass sogar namhafte Theologen von der Religion abgebracht hat:

    D i e B i b e l.

    Gruß und gute Besserung in Richtung selber denken an deine Adresse
    Nachdenkseiten-Leser

  11. Der Autor hat dies übrigens:

    „[...]Und die Ideologie des Hakenkreuzes mit den Lehren der Bibel zu vergleichen, da muß man schon sehr ahnungslos sein. Sehr ahnungslos.[...]“

    nur als Aufhänger benutzt, um darauf hinzuweisen, dass die römisch-katholische Kirche schon immer mit Demokratiefeinden paktiert hat – Dazu Empfehlung „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Karlheinz Deschner – insbesondere die Ausführungen über die Demokratiefeindlichkeit, die Feindlichkeit gegen die Aufklärung, der Antisemitismus der Kirchen, die Geschichtsfälscherei der Kirchen – auch heute wieder, denn die behaupten das glatte Gegenteil von dem was die einst in der Tat umsetzten.

    Ich weiß, lieber Karl Eduard, du wirst diesen „verfluchten Deschner“, immerhin der dt. Voltaire (falls dir dies etwas sagt) eh nicht lesen, aber ich wollte doch einmal drauf hinweisen, dass es eben auch Theologen gibt, die zu überzeugten Agnostikern geworden sind.

    Das „Hakenkreuz“ übrigens ist ein uraltes, außerchristliches Symbol, aber ich denke einmal, dass weiß auch Andreas Müller, und ich bin sicher, dass er die Überschrift nur als Aufhänger benutzt hat, um etwas über die Unterstützung beider Kirchen, meist die Kirchenoberen, die sogar deren Untergebene im Dritten Reich nach Dachau auslieferten, wenn die gegen die Nazis aufgemuckt haben, des dt. Faschismus (=Nazis) zu schreiben.

    Übrigens, es gab auch damals im Spanischen Bürgerkrieg mehr Pfarrer, die Franco unterstützt haben, als auf der Gegenseite – im Kampf gegen spanische Faschisten. Die Behandlung der Kirchen in Spanien – nach siegreichem Putsch Francos – mit diesen Pfarrern, die auf der Seite der Anarchisten und Sozialisten gegen Franco gekämpft haben, spricht übrigens auch Bände….

    Ergo erzähl mir nix von christlicher Moral….die ist durch und durch verlogen, geschichtsfälschend, beleidigend gegenüber Andersdenkenden (nicht allein gegenüber Religionskritikern/Agnostikern/Atheisten) sowie Tatsachenverdrehend.

    Fazit:

    Ich bin eh verloren – in deinen christlichen Augen, aber das macht mir nix, da nach meinem Ableben eh nix mehr kommt, und schon gar kein langweiliges christliches „Paradies“.

    Alles eine Täuschung des menschlichen Hirns, die via „Gotteswahn“ (Zitat: Dawkins) bei manchem eben bis zum Ende anhält.

    Ich weiß wovon ich schreibe, meine eigene Großmutter starb erst nachdem ein Pfarrer ihr die letzte Ölung gegeben hatte, „Gotteswahn“ eben bis zum letzten Atemzug.

    Ich hingegen will von diesen schwarzen Pinguinen nichts mehr wissen, nicht einmal mehr auf dem Sterbebett seitdem ich bei der Trauerrede zum Tod meines Vaters mit der Offenbarung des Johannes „und verflucht seinen alle Ungläubigen“…..auf ewig von meinem Vater getrennt werden sollte…..

    Macht mir als materialistischem Atheisten eigentlich nichts aus, bis auf die Tatsache, dass der Pfarrer in einer Trauerrede nicht allein mich sondern alle anwesenden Agnostiker/Religionskritiker und Atheisten beleidigt hat, und dies in seiner Arroganz nicht einmal bemerkt hat.

    Ich weiß sicher, dass es einige waren, die bei der Beerdigung meines Vaters aufkreuzten, die nie einen Fuß in eine Kirche gesetzt haben….

    Deine typisch christliche Arroganz ist also nicht allein, die gibt es sogar bei Pfarrern, die Menschen den Abschied von ihren Liebsten vergällen indem die einem noch von der Kanzel herab mit dem Bannfluch belegen wollen.

    Gotteswahn eben!

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  12. @Andreas Müller

    Ich hoffe du schreibst einmal etwas in deinem Blog auch darüber, dass man nicht allein mit dem Kreuz, sondern auch mit christlichen Ritualen (siehe obiger Hinweis auf die Beerdigung meines Vaters) Agnostiker, Religionskritiker und Atheisten sowie Nichtchristen beleidigen kann. Wäre toll von dir ;-)

    Hier wird nämlich für mich am Offensichtlichsten, dass die christliche Moral in ihrer Arroganz sogar bestimmen will, wie man von seinem Liebsten Abschied nehmen will, und nicht davor zurückschreckt – im Gotteswahn, und sicher kein Einzelfall – Anders- und Nichtgläubige in ihren Gefühlen zu verletzen.

    Siehe meine Anektode oben…..sicher kein Einzelfall und nicht allein in der christlichen Religion so….da wir aber in einem überwiegend christlichen Europa leben beziehe ich mich eben auf das Christentum als Arrogant, Überheblich und menschenfeindlich.

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  13. Der ÖVP-Chef Pröll hat zum EU-“Kreuz ab“-Urteil ein Argument gebracht, dass mich intellektuell erschüttert: „Wenn der Staat religiöse Symbole verbannt, ist er nicht neutral, sondern nimmt Partei für den Atheismus.“ Eine leere Wand ist also eine religionsfeindliche Stellungnahme, die sich mit der Neutralität des Staates nicht vereinbaren lässt.

    Was nun? Ich sehe nur einen Ausweg: In jedem Klassenraum muß eine Wand reserviert werden, an die Kreuze (für jede Konfession eines), Minarettbildchen, eine Buddha-Statue, ein Foto des Dalai Lamas, eine Collage aus mindestens 200 Hindu-Göttern etc. angebracht werden.

    Der Agnostizismus kriegt ein gerahmtes Fragezeichen. Aber wie repräsentieren wir den Atheismus (ich bin gegen Dawkins-Bildchen!): Vielleicht ein leerer Bilderrahmen? Oder ein leeres Kreuz mit einem Notizzettel dran „Ich bin dann mal weg“?

    • Was machen wir mit Fruchtbarkeitskulten, die menschliche Genitalien verehren? Müssen die dann ganz weit weg entfernt von den Prüderiekulten des Monotheismus aufgehängt werden? Oder dürfen sie gar nicht aufgehängt werden, weil der Anblick von Genitalien schädlich ist/sein könnte? (Trifft komischerweise nur auf menschliche, nicht eigene zu. Genitalien von Tieren sind da weniger problematisch, sonst müßte jeder Hund, etc. mit Hose rumlaufen…)


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