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Neues Konkordat zwischen Bundespolizei und Kirche?

05 Nov

Wird Deutschland wieder Hitler verlässt Gottesdienstzum Gottesstaat? Die zentrale Vereidigungsfeier der “Dienstanfängerinnen und -anfänger”, wie die Bundespolizei das politisch korrekt ausdrückt, begann am 30. Oktober 2009 zum ersten Mal mit einem ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom, was politisch eher inkorrekt ist – um es milde auszudrücken. Was hat die Bundespolizei mit der katholischen Kirche zu tun?

Ich habe schon einmal über den wachsenden Einfluss des Christentums, speziell des Katholizismus, in der Bundespolizei geschrieben. Damals ging es um die “Oerlenbacher Gespräche”, welche die Jahre zuvor nicht religiös waren und die einen freiwilligen, aber festen Teil der Bundespolizeiausbildung darstellen. Bei dieser Veranstaltung ging es letztes Jahr um die Werte des Grundgesetzes. Ungewöhnlich war dabei vor allem eines, nämlich dass der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann den Vortrag hielt und die Bedeutung des Christentums für das Grundgesetz herausstellte. Und dass mir ein Teil der Zuhörer unter Applaus das Maul stopfen wollte.

Offenbar war der Bundespolizei meine kritische Reportage so ziemlich egal, wobei ich die Gelegenheit nutze und sie darauf hinweise, dass der Humanistische Pressedienst von Vertretern weitaus einflussreicherer Medien gelesen wird und die werden nicht ewig nur zusehen, wie die staatliche Bundespolizei zu einer Unterabteilung der katholischen Kirche umgebaut wird.

Auf der Website der Bundespolizei wird dieser (in den Jahren zuvor noch nie stattgefundene) Gottesdienst als glatte Selbstverständlichkeit dargestellt, als hätte es noch niemals eine Trennung von Kirche und Staat gegeben und als wären alle Bundespolizisten zwangsweise katholische Christen. Es gibt dort auch ein Video zur Veranstaltung, wo die Frischlinge uniformiert in die Kirche marschieren und nach dem Gottesdienst wieder heraus. Dieses Video ist der absolute Alptraum, seht es euch ruhig selbst einmal an.

Man fragt sich schon, wozu das alles führen soll. In Oerlenbach, in einem Raum, der von uniformierten Polizisten gefüllt war, wurden die DDR und Nazi-Deutschland offen und unter Applaus als “atheistische Regime” bezeichnet. Sollen Polizisten dazu ausgebildet werden, Atheisten wie Staatsfeinde zu behandeln? Werden wir bald verfolgt und eingesperrt? Wenn nicht: Wozu dann das Ganze?

Ein Bündnis zwischen Staat und Kirche, das gab es in Deutschland ja schon einmal:

Hitler mit einem katholischen Kardinal

Siehe die SZ zur Kirche im NS-Staat und einen Artikel aus einem englischen Blog, an dem man erkennt, wie befremdlich das enge Verhältnis des deutschen Staates mit den beiden Großkirchen für andere Demokratien ist.

Selbstredend werden wir Atheisten, Humanisten, Juden und Muslime (Angehörige anderer Religionen betrifft das Bündnis von Polizei und Kirche ebenso!) uns das nicht bieten lassen. Ich habe folgende Anfrage an die Bundespolizei per Mail geschickt:

Sehr geehrte Verantwortliche,

auf der Website der Bundespolizei kann man etwas über die zentrale Vereidigungsfeier der Dienstanfänger vom 30. Oktober 2009 erfahren:

http://www.bundespolizei.de/cln_180/nn_249932/DE/Home/01__Aktuelles/2009/0911/091105__vereidigung.html

Dort heißt es:

“Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom begann für die jungen Kolleginnen und Kollegen ein aufregender Tag in ihrer noch jungen Karriere bei der Bundespolizei.”

Im Auftrag des Humanistischen Pressedienstes möchte ich in Erfahrung bringen, ob dieser Gottesdienst verpflichtend war, außerdem interessiert uns, inwiefern die Bundespolizei mit der katholischen Kirche zusammenarbeitet und inwiefern sie dazu angesichts der grundgesetzlich verankerten Trennung von Kirche und Staat berechtigt ist. Falls Polizisten nicht dazu verpflichtet sind, der christlichen Religion anzugehören (?), also zum Beispiel auch säkulare Humanisten oder Juden sein dürfen, stellt sich die dringliche Frage, welchen Anteil christliche Missionierung in der Bundespolizeiausbildung spielt.

Wir erwarten gespannt Ihre Antwort.

Mit besten Grüßen,

Andreas Müller

Ich gehe nicht davon aus, dass sie antworten werden, denn dieses Bündnis zwischen Bundespolizei und Kirche ist offensichtlich nicht im Sinne unserer freiheitlichen Grundordnung, laut der Kirche und Staat getrennt sind. Ich sehe keine Möglichkeit, wie sie diese Praxis verteidigen könnten. Im Prinzip können sie nur versuchen, sie totzuschweigen. Aber wir sorgen schon dafür, dass ihnen das nicht gelingen wird. Was meint ihr?

 
38 Comments

Geschrieben von - 5. November 2009 in Politik, Religionskritik

 

38 Antworten zu Neues Konkordat zwischen Bundespolizei und Kirche?

  1. Peter

    5. November 2009 at 18:15

    Also, zunächst einmal steht unser Staat immer ncoh auf christlicher Grundlage und von daher ist es sehr sinnvoll mit einem ökumenischen Gottesdienst in den Dienst zu starten. Er war sicherlich nicht verpflichtend, zumal ja auch möglicherweise Andersgläubige ihren Dienst antraten.
    Es macht immer Sinn, den Segen Gottes für das eigene Tun zu empfangen. “So wahr mir Gott helfe” heißt es in jedem Amtseid und es ist jedem überlassen, ob er diese Formel mitspricht oder nicht, von daher finde ich es ein gutes Angebot der Kirchen! einen solchen Gottesdienst zu Beginn der Dienstzeit im Auftrag des Volkes anzubieten. Schließlich werden sich genau diese Menschen nach Einsätzen auch an Notfallseelsorger wenden.
    Also warum machen Sie so einen Wirbel?

     
    • Klaus

      5. November 2009 at 18:50

      In KEINEM Amtseid heißt es “So wahr mir Gott helfe”.
      (Und das ist auch gut so.) Vielmehr wird dies dies ungefragt hinzugefügt, das hättest Du bei der Vereidigung der Bundeskabunzlerin sehen/hören können!

       
      • O.

        7. November 2009 at 21:45

        “So wahr mir Gott helfe werde ich das beste für’s Volk tun…”

        naja, kein Wunder, daß die Politiker einen nur verarschen, denn in Wahrheit hilft Gott nicht… das ist so eine Vereidigung, die den gekreuzten Fingern hinterm Rücken entspricht: man meint es nicht so, und wenn man was anderes macht, als das Wahlvolk erwarten könnte, wenn man also nicht für die Allgemeininteressen, sondern nur für die eigene Klientel arbeitet, dann muss das wohl an Gott gelegen haben…
        …bzw. an dem hinterrückig-kreuzfingrigen Eid.

        ( hinterrücks …)

         
    • derautor

      5. November 2009 at 18:55

      Ich mache so einen Wirbel, weil die Bundespolizei neutral zu sein hat und nicht mit der Kirche zusammenarbeiten darf. Alternativ müsste man ja atheistische, jüdische und muslimische Gottesdienste zur Vereidungsfeier ebenso anbieten. Aber das ist Quatsch, also weg mit der Religion aus dem Staat oder es gibt einen neuen 30-jährigen Krieg.

       
      • O.

        7. November 2009 at 21:48

        > Ich mache so einen Wirbel, weil die Bundespolizei neutral
        > zu sein hat und nicht mit der Kirche zusammenarbeiten darf.
        > Alternativ müsste man ja atheistische, jüdische und
        > muslimische Gottesdienste zur Vereidungsfeier ebenso
        > anbieten.

        Man könnte ja weitere Bundespolizeien einberufen.

        Und jede hat ihren eigenen Fokus, eigene Werte,
        alle haben allgemeinvertretungsanspruch, sorgen also mit ihrer ganz dezidierten Weltsicht angeblich nur für alle, wenn sie diese für bzw. gegen alle durchsetzen..

        …und dann kommen wir wohin?

        > Aber das ist Quatsch, also weg mit der Religion
        > aus dem Staat oder es gibt einen neuen 30-jährigen Krieg.

        Eben.

         
      • Peter

        21. November 2009 at 11:13

        Ich hätte damit keine Probleme, ich hätte auch keine Probleme damit, das interkonfessionell zu tun.
        Schade, dass dies nicht geschieht.

        Warum soll das Quatsch sein, wenn laut Grundgesetz jeder das Recht auf seine Religion und die Ausübung derselben hat, dann gehört das für mich dazu, ich frage mich nur, ob das wirklich das erste Mal war, dass es solch eine Veranstaltung gab oder ob das vorher nur niemanden interessiert hat.

        Religion ist niemals nur Privatsache, denn ich kann meine religiöse christliche Grundhaltung nicht aus meinem Alltag der vielfach privates und berufliches mischt heraushalten. Ich gebe meinen Glauben nicht an der Pforte der Firma ab, sondern ich behalte sie und bringe sie damit auch in meine Arbeit ein, und interessanterweise werde ich von den Kolleginnen und Kollegen immer wieder sozusagen als Seelsorer angesprochen, also scheint das mit der Trennung von Kirche und Staat wie sie es fordern, absoluter Quatsch zu sein.

         
      • derautor

        21. November 2009 at 11:23

        Tun Sie nicht so, als würde Sie das Grundgesetz überhaupt interessieren. Im Grundgesetz ist auch die staatliche Neutralität festgeschrieben. Polizisten dürfen nicht für eine bestimmte Ideologie oder Religion tätig sein. Sonst gibt es Polizisten, die für den Nationalsozialismus tätig sind und andere, die sich für den Jihad begeistern. Oder man trennt Kirche und Staat.

         
      • Peter

        21. November 2009 at 13:14

        Ist ja interessant, wenn ich also in einen Gottesdienst gehe, bin ich also für die Religion oder die Glaubensgemeinschaft aktiv und bin nicht mehr neutral dem Staat gegenüber, hm, das muss ich mir erst einmal durch den Kopf gehen lassen.
        Also ich zahle dem Staat Steuern und gehe regelmäßig in Gottesdienste. Nach ihrer Logik sollte ich die Steuerzahlungen an den Staat einstellen, weil ich ja religiös bin und meine Neutralität gegenüber dem Staat dadurch aufgelöst wird. Klingt irgendwie spannend.

         
      • Trinculo

        21. November 2009 at 13:43

        Erstmal: staatliche Neutralität bedeutet nicht, dass man sich als Privatperson dem Staat gegenüber neutral zu verhalten hat, sondern dass sich der Staat in weltanschaulichen Fragen neutral zu verhalten hat. Und ein Polizist ist während seines Dienstes ein Repräsentant des Staates. Was er während seiner Freizeit macht ist seine Sache, aber während seines Dienstes muss er sich neutral verhalten. Ebenso muss ich seine Dienststelle neutral verhalten und darf keine offiziellen Veranstaltungen mit bestimmter weltanschaulicher Ausrichtung zelebrieren.
        Und wenn es ein Mensch nicht schafft seine private Religion da zu halten wo sie hingehört, nämlich in seinem Privatleben, und unfähig ist sie während seiner Arbeit außen vor zu lassen, dann ist so ein Mensch für den Staatsdienst eben ungeeignet. Punkt.

         
      • Bebu

        21. November 2009 at 14:42

        “Religion ist niemals nur Privatsache, denn ich kann meine religiöse christliche Grundhaltung nicht aus meinem Alltag der vielfach privates und berufliches mischt heraushalten. Ich gebe meinen Glauben nicht an der Pforte der Firma ab, sondern ich behalte sie und bringe sie damit auch in meine Arbeit ein, und interessanterweise werde ich von den Kolleginnen und Kollegen immer wieder sozusagen als Seelsorer angesprochen, also scheint das mit der Trennung von Kirche und Staat wie sie es fordern, absoluter Quatsch zu sein.”
        –> Dann haben sie wahrscheinlich eine sehr absurde Form des Kuschelchristentums als Glauben, der mit der Bibel nur noch wenig zu tun hat. Denn ansonsten wären sie vermutlich im Knast, in der Irrenanstalt oder obdachlos in der Gosse (je nach gewünschter Schwerpunktlegung).

         
      • Peter

        21. November 2009 at 20:14

        Mein Glaube hat sehr viel mit der Bibel zu tun, sie ist nämlich die Grundlage meines Glaubens. Und ich handle gerne danach und bin nicht im Knast, in der Irrenanstalt oder obdachlos oder was auch immer, sondern mitten in der Gesellschaft.

         
    • thogoen

      5. November 2009 at 18:56

      Auf welcher christlichen Grundlage steht unser Staat denn? Auf dem Reichskonkordat von 1933? Oder vielleicht doch auf die leider immernoch höchst schlampig umgesetzte Säkularisierung? Über 1/3 der Deutschen gehören zudem keiner christlichen Konfession mehr an – für die ist es blanker Hohn, dass z.B. 100% der aktuellen Ministerriege auf Gott schwört.

      Es macht eben keinen Sinn, den Segen Gottes zu empfangen, weil es keinen personalen Gott gibt, der einen segnen könnte. Illusionäre Wahnideen sind nicht gerade dafür bekannt, positive Resultate im Handeln herbeizuführen… was man sehr gut an 2000 Jahren Kriminalgeschichte des Christentum nachvollziehen kann. Diejenigen, die das Wort “Gott” am häufigsten in ihrem Mund geführt haben, waren nicht selten die schlimmsten Folterer und Mörder von allen.

       
      • Peter

        21. November 2009 at 11:18

        Ja, natürlich, jetzt ist wieder nur die Kirche und das Christentum schuld. Ich bestreite nicht, dass es dunkle Zeiten in der Geschichte der Kirche gab, Missionierung, Hexenwahn als Beispiele, aber es gibt auch z. B. einen Friedrich Spee von Langenfeld, der ganz bewusst gegen die Hexenprozesse eingetreten ist, oder einen Dietrich Bonhoeffer, der selbst im KZ noch für andere Menschen da war.

         
    • Bebu

      5. November 2009 at 19:47

      Hat zwar was von Rumtrollen, aber egal.

      “Es macht immer Sinn, den Segen Gottes für das
      eigene Tun zu empfangen.”
      –> Was genau bewirkt dieser Segen? Wie funktioniert er? Wenn mehrere einen Segen haben wollen, der sich aber gegeneinandergesetzte Wünsche beinhaltet, wer erhält dann nach welchen Kriterien den Segen und wer nicht?

      “„So wahr mir Gott helfe“ heißt es in jedem Amtseid und es ist jedem überlassen, ob er diese Formel mitspricht oder nicht,”"
      –> Wenn ich diese Formel mitspreche? Darf ich dann bei Fehlversagen Gott für dieses Versagen haftbar machen? Denn er hat mir ja dann scheinbar nicht geholfen.

       
    • Urs

      5. November 2009 at 21:26

      Peter Said:
      “Er war sicherlich nicht verpflichtend…”

      Ist das eine blosse Annahme oder eine fundierte Feststellung?

       
  2. Bebu

    5. November 2009 at 18:25

    “Es gibt dort auch ein Video zur Veranstaltung, wo die Frischlinge uniformiert in die Kirche marschieren und nach dem Gottesdienst wieder heraus. Dieses Video ist der absolute Alptraum, seht es euch ruhig selbst einmal an.”
    –> Der Anfang ist wirklich ein Alptraum. Zum Ende hat das Video aber Dank der Musikuntermalung schon fast etwas von Satire.

    Nichts desto trotz muss dem Einhalt geboten werden. Vielleicht wären Hinweise an einige, der scheinbar noch investigativen Fernsehsendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie Monitor, Panorama o.ä. sinnvoll. (Auch wenn ein kleiner Bericht kaum etwas ändern wird…)

     
  3. Der mit dem Glauben tanzt

    5. November 2009 at 19:46

    Ich frage mich auch, ob alle dabei gewesen sein mussten. Ich meine, in der Kirche stehen und Kirchenlieder singen, ist eine Sache. Aber wie muss das für andere ausgesehen haben? 100 fromme Schäfchen im Dienstanzug, die auf unser Grundgesetz und unsere 10 Gebote vereidigt werden? Das wird ja immer lächerlicher mit Deutschland. Ein neuer dreißigjähriger Krieg? Fänd ich gut, denn dann würde man sehen, wie ernst es mittlerweile wird.

     
    • O.

      7. November 2009 at 22:00

      Das wird ja immer lächerlicher mit Deutschland. Ein neuer dreißigjähriger Krieg? Fänd ich gut, denn dann würde man sehen, wie ernst es mittlerweile wird.”

      Ja, ich denke mir, je eher die Blase platzt, desto besser.

      Hier werden Konflikte nicht angesprochen und unter den sog. political-correctness-Teppich gekehrt und die einzelnen religiösen Strömungen verbreiten/verbreitern und radikalisieren sich immer mehr.

      Je eher es zu frühzeitigen (auch gewalttätigen) Auseinandersetzung kommt, desto eher sind noch genug Leute da, die dagegen vorgehen können und es nicht gut heissen.

      Sollte sich der Irrsinn noch die nächsten Jahre weiter verbreiten, und unter dem Deckmäntelchen von Toleranz die Intoleranz und gegenseitige Diffamierung (die man erst mal so nicht ausspricht, bis zum Tag X) weiter verbreiten, dann wird es später um so doller Krachen und ein wahres Gemetzel (Bürgerkrieg) zu erwarten sein.

      Daher ist das permanente unter-den-Teppich-Gekehre von innergesellschaftlichen inkompatibilitäten nicht konfliktreduzierend, sondern konfliktverschleppend und daher verschlimmernd.

       
      • Peter

        21. November 2009 at 11:19

        Wer ist denn hier wohl intolerant?

         
  4. Bebu

    5. November 2009 at 19:48

    “100 fromme Schäfchen im Dienstanzug, die auf unser Grundgesetz und unsere 10 Gebote vereidigt werde”
    –> Das hätte was. Würde sich nämlich widersprechen und wäre dann wohl ungültig oder man dürfte in einigen Bereichen machen, was man wollte.

     
  5. Nico

    5. November 2009 at 21:56

    Ich denke auch nicht, dass auf die Anfrage eine Reaktion erfolgt. Aussitzen ist die aktuelle Methode der Missionierer, Frau Merkel macht es vor.
    Es bleibt die Prüfung offizieller Wege: Wer hat dieses verfassungsfeindliche Vorgehen veranlasst, Stichwort Dienstaufsicht, wer muss sich dafür verantworten, und wie steht es mit einer Verfassungsklage auch hier?
    Wenn die Verfassung ständig missachtet wird, muss eben auch ständig geklagt werden. Den inflationäre Beigeschmack haben diejenigen zu verantworten, die ständig das Recht unterwandern.

     
  6. haplifnet

    6. November 2009 at 11:03

    Deine eMail-Anfrage, Andreas, finde ich sehr gelungen! :)

    Damit hast Du (hpd-beauftragt) einen Finger in eine hoffentlich weiter aufklaffende Wunde gelegt. Man darf über Reaktionen – ggf. implizit – gespannt sein.

    Ciao, Frank – GLOBAL HAPLIFNET

     
  7. Stefan

    7. November 2009 at 15:38

    Ich frag mich ja immer, wie die jungen Polizisten das selber sehen. Wahrscheinlich denken die nicht viel darüber nach, denn sie sind jung und als Haupt- oder Realschüler nicht gewohnt Dinge zu reflektieren. Dazu gehört noch, dass sehr viel Mut erforderlich ist, wenn man uniformiert mit “Kameraden” unterwegs ist und dann eine eigene abweichende Meinung artikuliert. Uniformierung schränkt geistige Freiheit ein, dass ist bei Polizisten genauso wie bei Pfaffen, Punkern, Nazis und dem schwarzen Block – alles Nichtdenker. Das klingt jetzt böse, ich würde gerne meine Vorurteile revidieren und mal ein paar kritische Stimmen der beteiligten Polizisten hören.

     
    • derautor

      7. November 2009 at 16:10

      Ich weiß, dass es viele Polizisten gibt, denen die Zusammenarbeit zwischen Bundespolizei und katholischer Kirche gar nicht passt. Einige davon haben sich an die Giordano Bruno Stiftung gewandt und sie um Hilfe gebeten.

       
    • Peter

      21. November 2009 at 11:21

      Na klar, ihr seid die Schlauen und die Besserwisser und ihr denkt auch nach. Nur weil ihr keine Uniform tragt, seid ihr es aber nicht.

       
      • derautor

        21. November 2009 at 11:25

        Nein, weil wir denken, weil wir uns informiert haben und weil wir nicht einfach nachplappern, was irgendwelche Bischöfe sagen. Darum sind wie die Schlauen.

         
  8. Bert

    21. November 2009 at 15:49

    @Peter
    Christliche Nächstenliebe, na dann denken Sie doch bitte an andere oder sogar an sich selbst (zum Schutz).
    Sie halten sich für einen guten Christen, aber es gibt auch noch ganz andere bessere/elitäre Christen als Sie, aus deren Sicht sind Sie ein armer Teufel, den man evtl. erdulden muß.
    Soll so ein Elitär-Christlicher-Polizist/Staatsbeamter, der Sie außerhalb Ihrer Kirche (wo Sie treiben können was Sie wollen, aber bitte nicht gegen Gesetze verstoßen dürfen/müssen) zu irgend einem Vergehen festhalten und als Zeuge fungiert, Sie beurteilen/verurteilen?
    Wollen Sie einen Moslem-Polizisten und eine Situation mit Ihnen, oder wollen Sie doch einen neutrallen Polizisten/Staatsanwalt/Richter/Finanzbeamten/Lehrer/Kindergärtnerin/Ärztin/Tüv, usw.?
    Das Beerdigungsinstitut können Sie sich selbst aussuchen, ist ja auch Ihre Sache, wenn’s was bringt.
    Wollen Sie Ihresgleichen, ein Kirchengericht, das pedophile Pfaffen mit der Staatsanwaltschaft ausliefert und die nur versetzt werden, damit alles “Christlich-Gut” bleibt, wollen Sie so ein Schreckensszenario wirklich?

     
    • Peter

      21. November 2009 at 19:55

      Sie glauben doch nicht im Ernst, dass bei allen Staatsbeamten die Religion keine Rolle spielt und nicht im Hinterkopf mitschwingt. Und was ist mit der Parteizugehörigkeit vieler Beamter, ohne die sie wahrscheinlich nie den Job bekommen hätten, zählt das nicht unter Neutralität?
      Und meinen Sie Humanismus oder Atheismus wäre wirklich neutral dem Staat gegenüber?

       
      • Bert

        21. November 2009 at 21:14

        Leider ist es sinnlos Eulen nach Athen zu tragen.
        Wenn Sie nicht bereit sind ein Minimum zu verstehen und zu akzeptieren.
        Ich will doch nichts von ihrem oder ander Leute “Hinterkopf” und meinen Job verdanke ich keiner Partei, Beamten, Kirche, sondern nur meiner, hoffentlich, harten Arbeit.
        Sie sollten Angst vor Ihresgleichen haben … die mit dem Tunnelblick. Vor dem Tunnel und nach dem Tunnel, die Biebel, aber kein Gehirn und vor allem keine Bereitschaft dieses Gehirn positiv zu nutzen.

         
      • Bert

        21. November 2009 at 21:37

        Zusatz:
        Im Gegensatz zu Ihresgleichen, diene ich nicht einer Biebel oder etwas göttlichem, sondern niemanden und deshalb stehe ich hinter der Verfassung, ohne daß mir ein Bischof/Papst/Biebel höherwertiger sind als das demokratische Rechtmit seinen kleinen Fehlern(die von Menschen gemacht wurden), diese Fehler sind mir jedoch lieber als die göttlichen Worte in Ihrer unfehlbaren Biebel.

         
      • Peter

        22. November 2009 at 09:38

        Stimmt, es ist sinnlos Eulen nach Athen zu tragen. Fragt sich nur, wer hier versucht zu tragen und wer hier einen Tunnelblick hat. SIE lassen doch nichts anderes als Ihre Meinung gelten. Ich hingegen bin sehr tolerant und akzeptiere christliche Gottesdienste zu Beginn eines neuen Lebensabschnittes, und wie ich auch shcon mal schrieb, hätte ich nichts dagegen, wenn es andere Feierstunden seien es andersreligiöse oder auch weltanschaulich neutrale, geben würde.
        Übrigens sehe ich solche Rituale wie Zapfenstreich für irgendwelche Politiker oder zur Vereidigung bei der Bundeswehr genauso kritisch, hier werden junge Menschen dazu gedrängt, irgendwas zu tun, was sie nicht wollen und das ist eine Pflichtveranstaltung und kein freiwilliges Angebot. Und interessanterweise haben Militärseelsorger einen riesen Zulauf von den in Afghanistan und am Hindukusch eingesetzten und gecrashten Soldaten, da soll jemand neutral seinen Dienst tun, aber wenns schwierig wird, darf die Kirche helfen oder wie.

        Ich nutze sehr wohl mein Gehirn und meinen Verstand und mein Gewissen. Ich bin bestimmt nicht einer der wie oben irgendjemand vermutet, der nur nachplappert oder einen blinden Kadavergehorsam an den Tag legt. Sondern ich bin, wie ich schon mal schrieb mitten in der Gesellschaft.
        Sie können ja nicht einmal die Rechtschreibung richtig einsetzen, Bibel schreibt man niemals mit ie. Und glauben Sie mir, ich stehe mindestens genauso auf dem Boden der Verfassung wie sie vielleicht.

         
      • Peter

        22. November 2009 at 09:39

        Nachtrag: Auch die Bibel ist nicht nur göttlichen Ursprungs und auch kein Tatsachenbericht, sondern man muss den Inhalt der Texte richtig deuten und nicht jedes Wort eins zu eins übernehmen.

         
      • Bebu

        22. November 2009 at 11:14

        “Nachtrag: Auch die Bibel ist nicht nur göttlichen Ursprungs und auch kein Tatsachenbericht, sondern man muss den Inhalt der Texte richtig deuten und nicht jedes Wort eins zu eins übernehmen.”
        –> Na, da fängt ja schon die Relativierung an. Wie darf man denn manche doch recht eindeutig formulierte Äußerungen deuten?
        Z.B. die 10 Gebote? Verbot von Religionsfreiheit, Androhung von Sippenhaft, Unterordnung der Frau, ja gar eine Gleichstellung der Frau mit Sachen, mindestens eine implizite Rechtfertigung von Sklaverei. Oder die Sintflutgeschichte. Hat nicht stattgefunden, geschenkt. Aber: Wie kann man die ethische Katastrophe eine Gottes rechtfertigen, der mal eben aus einer Laune heraus bereit ist alles Leben zu töten?
        Wie rechtfertigt man die ganzen Aufforderungen zum Völkermord im AT? Die ganzen durchgeführten oder gar von Gott durchgeführten Völkermorde? In der Realität haben sie wohl nicht stattgefunden, aber die ethischen Konsequenzen sind dennoch katastrophal. Oder gibt es für solche Aufforderungen eine kreative Umdeutung?
        Wie ist es mit den ewigen Höllenstrafendrohungen gegen alle, die Jesus nicht als ihren Erlöser anerkennen wollen bzw. ihm nicht folgen wollen?
        Wie ist es mit den Höllenstrafen für die beiden Gedankenverbrechen im NT? (Immerhin führt ja bereits ein Begehren der Frau seines Nächsten im Gedanken oder ein zorniges Gefühl zu ewigen Höllenstrafen) Wie ist mit den Endzeitschilderungen?
        Wie soll man die Unterordnung der Frau unter den Mann heute deuten?
        Wie die Rechtfertigung von Sklaverei? Wie die Aufforderung zur Unterordnung unter jede staatliche Autorität?

        Die Liste könnte man sicherlich noch einige Zeit fortsetzen, aber das ist das, was mir jetzt spontan durch den Kopf geht. Bei Bedarf kann ich dazu auch Bibelstellen liefern. Müßte ich aber erst nachschlagen.

        “Ich hingegen bin sehr tolerant und akzeptiere christliche Gottesdienste zu Beginn eines neuen Lebensabschnittes, und wie ich auch shcon mal schrieb, hätte ich nichts dagegen, wenn es andere Feierstunden seien es andersreligiöse oder auch weltanschaulich neutrale, geben würde.”
        –> Wenn es sich um einen neuen Lebensabschnitt in einem privaten Umfeld handelt, kann jeder verfahren wie im lustig ist. (So lange er sich an bestimmte grundlegende Gesetze hält.)
        Wenn es sich jedoch um einen Anlass handelt, der die staatliche Sphäre betrifft, geht das einfach nicht. Denn der Staat ist nach GG weltanschaulich neutral. Ein christlicher Gottesdienst ist es nicht.

        “Und interessanterweise haben Militärseelsorger einen riesen Zulauf von den in Afghanistan und am Hindukusch eingesetzten und gecrashten Soldaten, da soll jemand neutral seinen Dienst tun, aber wenns schwierig wird, darf die Kirche helfen oder wie.”
        Hallo? Die will es doch! Die Kirchen tun doch alles, um in der Militärseelsorge zu bleiben.
        Dass diese Zulauf haben, liegt einfach daran, dass der Einsatz immer belastender und traumatisierender für viele Soldaten wird. Hätten Psychlogen und psychische Erkrankungen nicht bei vielen immer noch ein Stigma der Schwäche, Scham, o.ä. (an sich der Tatsache, dass die einen eher wissenschaftlich arbeiten und die anderen ihre Weisheiten aus dem Märchenbuch einer Hirtenkultur ziehen, ist das schon reichlich absurd.) würden diese sicherlich häufiger aufgesucht. Vielleicht werden sie es ja auch. Müßte man mal überprüfen.

        “Sie können ja nicht einmal die Rechtschreibung richtig einsetzen, Bibel schreibt man niemals mit ie.”
        –> Nicht gerade ein gutes Zeichen, wenn man aus scheinbarer Argumentarmut auf solche Spitzen zurückgreifen muss.

        “Und glauben Sie mir, ich stehe mindestens genauso auf dem Boden der Verfassung wie sie vielleicht.”
        –> Die Bibel ist in weiten Teilen mit vielen (Freiheits-)Rechten des GG nicht vereinbar. Das ist nicht sonderlich verwunderlich, wurde sie doch zu einer Zeit von Personen geschrieben, die über solche Dinge noch nicht mal im Entferntesten nachgedacht haben.
        Wenn sie sagen:
        “Mein Glaube hat sehr viel mit der Bibel zu tun, sie ist nämlich die Grundlage meines Glaubens. Und ich handle gerne danach [...]”
        Müssen sie quasi zwangsläufig weite Teile der Bibel ignorieren oder hoffnungslos ins Gegenteil interpretieren/relativieren. Denn würden sie danach handeln, stünden sie nicht auf dem Boden des GG.

         
      • Bert

        22. November 2009 at 12:34

        @Peter
        Einen Job zu bekommen wg. Partei- Kirchenangehörigkeit, Sie bestimmt. Sie haben bestimmt bei einem Arbeitgeber auch aus diesem Grund einen bekommen.
        Als Atheist ist das extrem unwahrscheinlich, wenn jemand so wie Sie an einer entspr. Stelle sitzt, daß dieser von Ihresgleichen eingestellt wird, lieber doch den Gottfried aus der Gemeinde, oder?
        Under Adolf wurden deutsche Juden, Zigeuner, Schwule, Behinderte, Politische und Atheisten nicht nur verfolgt und umgebracht, sie verloren auch ihre Jobs, die die Christen (etwa 90%) gerne einnahmen und sich die Güter mit Hilfe des Finanzamtes unrechtmäßig aneigneten und bis heute nicht freiwillig zurückgaben (ist egal ob Stuhl oder Löffel)!
        Diese Nazi-Christen finanzierten die Kanonen, KZ’s und “Gott mit uns” Koppeln incl. Militärfürsorger.
        In Kroatien erschlugen zu Ede des Krieges katholische Mönche mit bloßem Gewehrkolben serbische Partisanen und andere – bis heute straffrei !
        Und Sie schreiben von Jobs und wie sehr tolerant Sie sind!
        Auf dem Pfad der Bibel werden so manchem die Neuronen zerbröselt.

         
      • Bebu

        23. November 2009 at 00:23

        Wie geil… nichtmal der Geißler kennt das NT. Gerade wieder zu sehen im Nachtstudio. MSS treibt ihn nur leicht in die Ecke und Geißler lügt sich die Welt zusammen wie sie ihm gefällt.

        Bei manchen Christen fragt man sich doch, ob sie nicht vor dem Inhalt der Bibel Angst haben.

        Deshalb nochmal:
        Wie relativieren sie sich den grausamen Schwachsinn dieses Büchleins der Bücher?

         
      • Bert

        23. November 2009 at 11:21

        Genau, Angst ist ja auch die treibende Kraft, was diese natürlich verneinen werden und an entsprechender Stelle wieder zugeben, weil sie leben für den Tod und danach und da muß man Angst haben, ob die Bonuspunkte die man angesammelt hat auch reichen.
        Aber, ist Dir auch aufgefalen, wie die Buddhistische sehr oft, immer mit kurzen Blicken den MSS angeschaut hat, ich dachte das hätte ich das letzte mal in der Schulzeit mit 15-16 Jahren gesehen.

         
  9. Bert

    22. November 2009 at 10:31

    @Peter
    Sorry für das “ie”, vielleich kann ich aber auch die Rechtschreibung nicht richtig einsetzen, Sie göttlicher Mensch mitten in der Gesellschaft.

     
  10. Bebu

    4. Januar 2010 at 16:56

    Nun passt es hier nicht direkt zum Thema, aber es gibt doch einen Einblick wie man bei “der” Polizei mit den Kirchen umgeht:
    http://www.stern.de/panorama/vom-dienst-suspendiert-polizist-bei-sex-in-der-kirche-erwischt-1533242.html

    Man sieht also:
    Bei der Vereidigung schön beten gehen, ist in Ordnung und gar erwünscht. Einer der normalsten Sachen der Welt nachgehen, während einige ihre religiöse Muppetsshow abziehen, kann Suspendierung, mögliche Arbeitslosigkeit und Knast als Folge haben…

     
 
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