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Tiere spüren Schmerz wie Menschen

16 Okt

Welches nimmst du als Haustier und welches isst du? Warum?

Prof. Craig Johnson hat für das englische und das neuseeländische Landwirtschaftsministerium eine neue Studie angefertigt, die aufzeigt, dass Tiere, die geschächtet werden (ihre Kehle wird nach einem religiösen Ritus durchgeschnitten) für 10-30 Sekunden den Schmerz spüren, bis sie ohnmächtig werden.

Mit Elektroenzephalogrammen wurde festgestellt, dass die selben Hirnregionen bei mindestens acht Säugetieren aktiv sind, die auch beim Menschen aktiv sind, wenn er Schmerz verspührt. Betäubt man sie vor der Tötung mit einem Elektroschock, verschwindet das Signal, die Tiere spüren dann also nichts mehr (Anm: Außer der Furcht vor der Tötung, insofern ihnen klar ist, was sie erwartet).

Sprecher der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften in England und Neuseeland behaupteten als Reaktion auf die Studie, das die Tiere beim Schächten keinen Schmerz verspürten und dass vielmehr der Elektroschock Schmerzen auslöse. Wie die Studie aber gezeigt hat, ist gerade das eben nicht so.

Das Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ veröffentlichte in der selben Ausgabe, in der sich die Studie befindet, auch eine ungewöhnlich deutliche Stellungnahme: „Die Erzeugung von unnötigen Schmerzen bei Tieren ist berechtigterweise verpöhnt. Also warum erlauben wir, dass so viele Tiere mutwillig schmerzhafte Tode in Schlachthäusern sterben? Die Antwortet lautet traurigerweise: Wegen der Religion. [....] Religionen verteidigen das, was man nicht verteidigen kann, oftmals mit einem Hinweis auf ihr automatisches Recht auf „Respekt“. Zweifellos werden sie das diesmal erneut tun – und die Gesellschaft wird sie einfach damit davonkommen lassen.“

Und genau das ist geschehen.

(Danke an Rolf Degen für den Hinweis)

Ein Auszug aus meiner Presseschau von darwin-jahr.de

 
7 Comments

Geschrieben von am 16. Oktober 2009 in Evolution, Philosophie, Wissenschaft

 

7 Antworten zu Tiere spüren Schmerz wie Menschen

  1. Karl Eduard

    17. Oktober 2009 at 06:29

    Katzen sollten auch endlich einsehen, daß sie keine Vögel fangen müssen. Dieses Problem wird heutzutage völlig ignoriert oder unter den Tisch gekehrt.

     
    • derautor

      17. Oktober 2009 at 08:51

      Stellt sich jetzt die Frage, ob wir mehr Potenzial haben als Katzen oder ob wir auch nur unseren Instinkten folgen können.

       
  2. Yasemin

    17. Oktober 2009 at 10:08

    Also manche Vergleiche sind so dumm, dass es schon weh tut.
    Wenn ich den Vergleich mit Katzen ernst nehmen soll, muss ich daraus schließen, dass wir nicht anders können, als Tiere zu schächten. Denn Katzen sind so. Logischerweise wäre das Schächten dann evolutionär in uns verankert.

    Nein, wir sollen in der tat damit aufhören, irgendeinem Schwachsinn, der mit religion begründet wird, Respekt entgegenzubringen. So würden wir nämlich Witwenverbrennungen ebenfalls als ein recht der Gläubigen ansehen müssen.

    In Sachen Gerechtigkeit können wir uns auch nicht die “Natur” als vorbild nehmen, die hält nämlich nichts davon. Warum? Neonatizid ist nicht einer Erfindung der Menschen. Auf Schwache und Behinderte zu achten wäre unnötiger Ballast. Allein deshalb ist es schädlich, das wir unsere verhaltensregeln von der “Natur” abschauen.

     
  3. nellabarca

    17. Oktober 2009 at 12:57

    um so schlimmer, dass die Nahrungsmittelindustrie das “Erlaubte” zunehmend als gewinnbringend entdeckt, allen voran Großkonzerne wie Nestlé:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,651441,00.html
    Sollte man direkt boykottieren.

     
  4. Mike

    17. Oktober 2009 at 19:13

    Ja, die böse Religion, die unnötig Tiere quält – aber nachher sich genüßlich die Wurst, Steak etc. reinfahren. Weil ein paar Minuten Geschmack natürlich mehr wiegen als das Leid der Tiere.

     
  5. nellabarca

    18. Oktober 2009 at 13:33

    Ich sag’s mal wie Joss Stone auf die Frage, ob sie als Vegetarierin nicht mal Lust auf einen saftigen Cheeseburger hätte: “No, to me a Cheeseburger is no Food.”

     
  6. yasemin

    19. Oktober 2009 at 10:39

    a wurscht ziag i ma eine.
    Dabei werden tiere getötet. Folglich ist jede Tierquälerei gerechtfertigt.

    Die Schächtung ist nun einmal tierquälerei, egal, ob religiös oder nicht (obwohl gefährlicher, wenn geheiligt, weil immun gegen Kritik), genauso wie die schreckliche Massentierhaltung.

    Im übrigen ist es unsinnig, das Leid, das die Religionen mit sich bringen, durch ein anderes zu gerechtfertigen.

     
 
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