
Berliner Innensenator Ehrhart Körning fordert, dass der Staat nicht mehr in Religionsgemeinschaften eingreift, um Terrorismus und der Bildung von Parallelgesellschaften vorzubeugen. „Ist aber nur die säkulare, auf Vernunft begründete Antwort die richtige?“, fragt er. Gewiss nicht, so lange noch Wahnvorstellungen als Alternative angeboten werden.
„Wir sagen „Ja“ zum Islamunterricht, aber im Grunde wollen wir mitbestimmen, was unterrichtet wird“, beschwert sich Ehrhart Körnig. Man stelle sich vor, dass für den islamischen Religionsunterricht dasselbe gelten sollte wie für den christlichen: Es dürfte nicht einmal gelehrt werden, wie etwa in Islamschulen in Kanada, USA und England, dass Juden Schweine sind, die bekämpft werden müssen. Muslime müssten ebenso wie Christen am Schwimmunterricht und an Schulausflügen teilnehmen! Wie intolerant!
Wir haben die Toleranz gegenüber den Religionen verlernt. Wir führen keinen gleichberechtigten Dialog mit den Religionen. Religiöse Lebensentwürfe werden per se nur als kulturelle Besonderheiten toleriert, nicht aber ernst genommen. Die herrschende säkulare Auffassung in Deutschland akzeptiert die religiöse Auffassung von anderen nicht als denkbare Wahrheit, mit der man sich auseinandersetzen kann.
Sobald man Religionen ernst nimmt und sie auf den kritisch-rationalen Prüfstand stellt, lösen sie sich in Staub auf. Es ist aber nicht so, als ob wir die Religionen nicht schon ernstgenommen hätten, eben darum gibt es ja immer mehr Atheisten.
Die Akzeptanz des Religiösen ist auch eine Sicherheitsfrage. Die Nichtakzeptanz der multireligiösen Gesellschaft, ihre Verschleierung als multikulturelle oder multiethnische Gesellschaft, schafft die eigentlichen Parallelgesellschaften, die viel schwerer aufzubrechen sind als kulturelle oder ethnische Parallelgesellschaften. Damit bricht ein Grundkonsens der Gesellschaft auseinander, der für ein sicheres Zusammenleben unerlässlich ist. Weltweit werden die religiösen Auseinandersetzungen stärker. Dies spielt auch zunehmend für die Innenpolitik eine Rolle, wie die Anschläge von Homegrown-Terroristen in Großbritannien zeigen. In Deutschland gibt es Anzeichen für die Anwerbung von Mujahdin für den Jihad in Afghanistan. Es gibt keine Garantie dafür, dass diese Homegrown-Terroristen nicht auch in Deutschland tätig werden.
Entweder wir erkennen Parallelgesellschaften an, oder es entstehen mehr Parallelgesellschaften. Entweder wir akzeptieren religiösen Wahn, oder Terroristen rächen sich dafür und sprengen uns in die Luft.
Hurra, wir kapitulieren!












You made my day (vor allem mit Deinem zweiten Artikel)
Danke.
Beten in der Schule? – Part II…
Mein Artikel von gestern zum Urteil, dass einem muslimischen Jungen die Ausübung seiner Religionsriten an einer Schule im Wedding (Berlin) erlaubt werden muss, hat ja nicht nur hier im Blog zu großen Diskussionen (und Irritationen) geführt, sondern sic…
Dem sollte mal wer klarmachen, wieviel Toleranz er von den Religionen erwarten kann – die schlimmsten beleidiger der religionen sind immer noch die anderen religionen…
[...] 08.09.09 und eine Karikatur, die ich lustig finde. Durch klick auf die Karikatur, kommt ihr auf den Blog, wo ich die Karikatur [...]
Ich weiß irgendwie nicht, ob ich diesen „tollen“ Leitantrag lesen soll. Denn wenn ich am Anfang schon auf solche Brüller wie „ChristInnentum“ stoße…