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Große Messe gegen Atheisten

04 Sep

Panik-SchafTausende Gläubige wollen ein Zeichen setzen! Ein Zeichen für ihren Unwillen, sich rational mit den Argumenten von Religionskritikern zu befassen. Stattdessen besuchen sie die “Maria-Namen-Feier” in der Wiener Stadthalle, um sich gegenseitig zu versichern, dass sie in Wirklichkeit gar nicht so leichgläubig sind, wie die bösen Atheisten sagen.

Bei diepresse.com erfährt man dazu:

Für das diesjährige Motto der Maria-Namen-Feier “Neu von Gott reden” habe man sich nach den internationalen Diskussionen um das 2006 erschienene umstrittene Buch “The God Delusion” (“Der Gotteswahn”) von Richard Dawkins entschieden, betont Pater Mikocki gegenüber der “Kathpress”.

Die Veranstalter haben also gelesen, dass Gott eine Wahnvorstellung ist und daraus haben sie geschlussfolgert, dass es mal wieder an der Zeit ist, sich mit anderen Gläubigen darauf zu verständigen, dass Gott doch keine Wahnvorstellung ist. Das ist so, als würde ein Psychotherapeut seinen Patienten davon überzeugen wollen, dass er nicht wirklich Napoleon ist, woraus der Patient den Schluss zieht, er müsse sich mit anderen Leuten treffen, die ihm versichern, dass er doch Napoleon ist.

Die Maria-Namen-Feier wurde eingeführt, um den Sieg des christlichen Polens gegen türkische Muslime zu feiern, die Wien erobern wollten. Dabei marschierten die Polen unter dem Banner von Jesus werter Frau Mutter (was die Katholen offenbar für den Grund halten, warum diese Schlacht gewonnen wurde).

Ein unsinniges Fest aus einem unsinnigen Anlass. Soweit nichts Neues aus Christenhausen. Allerdings ist der Peinlichkeitsgrad diesmal ein gutes Stückchen größer, weil tausende Christen meinen, sich gegen einen einzigen Mann (Richard Dawkins), der ein paar Einwände gegen ihr Wahnsystem vorgebracht hat, verbünden zu müssen. Wer keine Argumente hat, braucht eben die nötige Schlagkraft.

Als Beispiel für den satanischen “Kampf-Atheismus” nennen die Franziskaner Bierbrauer die “europaweite Kampagne ‘Es gibt keinen Gott’.” Zunächst wusste ich gar nicht, wovon die Rede ist. Am Ende gibt es eine neue Atheistenkampagne und ich mache gar nicht mit! Nach kurzer Überlegung wurde mir aber klar, dass sie von der Buskampagne sprechen müssen, deren Slogan lautete: “Es gibt mit (an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott”. Ich denke, dass die Franziskaner dies sehr genau wissen, dass es ihnen aber völlig egal ist, ob sie falsche Behauptungen über uns aufstellen oder nicht. Klingt halt nicht so kämpferisch, der tatsächliche Spruch, und die “Realität” wird sowieso überschätzt.

Star der Show wird Manfred Lütz sein, der ein Buch gegen die Neuen Atheisten geschrieben hat, über das es vom Biophilosophen Edgar Dahl eine sehr schöne Rezension zu lesen gibt. Darin heißt es passend: “In seinem Bemühen, uns von dem Glauben der römisch-katholischen Kirche zu überzeugen, bedient sich Lütz aller unredlichen Tricks, die sich christliche Apologeten über die Jahrhunderte hinweg haben einfallen lassen.”  Dahls Fazit: “Wie kann ein so billiges Buch nur so teuer sein?”

Geschickt unredliche Tricks anwenden, um die Menschen davon zu überzeugen, dass die Erde doch eine Scheibe ist. Nennt sich “Theologie”. Na, dann feiert mal eure Maria und fürchtet den bösen Atheismus, liebe Schäflein. Wir wollen uns ja nicht in die Wolle kriegen.

 
5 Comments

Geschrieben von am 4. September 2009 in Religionskritik

 

5 Antworten zu Große Messe gegen Atheisten

  1. Stefan

    5. September 2009 at 06:38

    Wenn jetzt schon Messen bewusst GEGEN irgendjemanden gefeiert werden, ist es vielleicht an der Zeit, solche Messen zu besuchen. Man darf die Kirchen nicht den Hasspredigern überlassen.

     
  2. Bebu

    5. September 2009 at 09:29

    Und was willst du dann da machen? Aufstehen und dagegen protestieren?

    Ich hätte Angst dort wieder lebend rauszukommen…

     
    • Oolon Coluphid

      5. September 2009 at 15:35

      @Bebu

      Ich hätte Angst dort wieder lebend rauszukommen…

      Diese Angst habe ich auch :lol: , deshalb ist für mich die Kirche eine No-go-Area geworden.

       
  3. ZeroMatter

    5. September 2009 at 15:46

    Etwas Mut, bitte!

    ICH überlege schon, ob ich hingehe…

    PS: Setze nur zur Sicherheit schon mal mein Testament auf…

     
  4. AndreasK

    5. September 2009 at 19:34

    Ob Dawkins wohl zur Veranstaltung eingeladen wurde, um einen offenen und friedlichen Diskurs zu führen? Das wäre doch wahrlich christlich.

    Gnihihihi!

     
 
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