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Das Erste seiner Art?

11 Aug

Alien-Invasion

Bernd Vowinkel hat mich nach Genuss eines Rezensionsexemplars von meinem kommenden, unvergleichlichen Meisterwerk “Das Prometheus Trio” darauf hingewiesen, dass es kaum religionskritische Literatur für Jugendliche und junge Erwachsene gibt. Das hat mich dazu gebracht, noch einmal nachzusehen, wie das Angebot weltweit aussieht. (Update).

Update: Es hat einige Verwirrung ausgelöst, dass ich die Erzählung als “Jugendbuch” bezeichne. Das Buch ist offiziell “ab 16″ und ich stelle mir eine Zielgruppe bis zum Alter von 35 Jahren vor. Es handelt sich auch nicht um ein Sachbuch, sondern um eine satirische Erzählung, etwa vergleichbar mit den “Scheibenwelt”-Romanen von meinem literarischen Vorbild Terry Pratchett, nur sprachlich einfacher zu lesen. Zudem halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass irgendein Lehrer es seinen Schülern als Lektüre vorlegen könnte. Wer wissen will, was ich unter “Jugendbuch” und “Pädagogik” verstehe, muss nur mein Erstlingswerk Terry Rotter lesen.

Und es gibt tatsächlich nur einige – sehr wenige – religionskritische Bücher für Kinder. Und keine für Jugendliche. Gefunden habe ich Der Goldene Kompass / Das magische Messer / Das Bernstein-Teleskop, also die “His Dark Materials”-Trilogie von Philip Pullman. In Deutschland gibt es zudem das “Ferkelbuch” und “Susi” von Michael Schmidt-Salomon. Mehr habe ich nicht entdeckt.

Was existiert, sind skeptische Wissensbücher für Kinder und Jugendliche, der Denkladen bietet ein paar an und in den USA kümmert sich Skeptic.com darum. Allerdings sind diese Bücher für Kids immer nur skeptisch, was Themen wie Nessie, Aliens, Handlesen und solche esoterisch-pseudowissenschaftlichen Dinge betrifft (gut, im ersten Band vom “Prometheus Trio” geht es auch um Aliens, aber nicht nur). Ebenso existieren philosophische Bücher für Jugendliche wie “Sophies Welt”. Religionskritische Sachbücher für Kids habe ich nicht gefunden.

Wie sieht es nun aus mit explizit religionskritischen und naturalistischen Erzähltexten für Jugendliche? Soweit ich sagen kann, existiert weltweit kein einziges Buch dieser Art. Im Richard-Dawkins-Forum habe ich einen Thread zum Thema aufgemacht, aber unsere Leute in der englischsprachigen Welt scheinen ebenso keine zu kennen.

Wäre es möglich, dass ich mit dem “Prometheus Trio” das erste Buch seiner Art geschrieben habe? An sich fände ich das nicht optimal, schließlich beschäfigt man sich doch gerade in diesem Alter mit philosophischen Themen (jedenfalls war das bei mir so) und es gibt keinen erkennbaren Grund, warum die skeptischen Autoren immer das Thema Religion aussparen, als wäre es grundlegend anders auf erkenntnistheoretischer Ebene als der Glaube an Feen oder wandelnde Mumien. Ich hätte mich damals gefreut über einen Dawkins auf einem Niveau, das ich auch verstehen konnte. (Ein Mangel an Konkurrenz hat auch Vorteile, andererseits wird man durchs Bücherschreiben sowieso nicht reich, sondern es dient vor allem der Vermittlung von Ideen).

Invasion der Kuschelatheisten

Sollte es tatsächlich weltweit kein einziges Buch dieser Art geben, dann drängt sich mir eine Frage auf: Warum? Wir wissen seit kurzem, dass Religiosität dazu dient, den Grad an persönlicher Sicherheit künstlich zu stabilisieren und dass sie auf gesellschaftlicher Ebene stark korreliert mit Einkommensungerechtigkeit und Unfreiheit. Wir wissen aber auch, dass Religion den gesellschaftlichen Fortschritt hemmt und dass sie die Heilung gesellschaftlicher Krankheiten, die den Glauben an einen kontrollierenden Gott in der Regel erst auslösen, zu verhindern sucht. Also ist Religionskritik ein effektives Mittel zur Verbesserung der Gesellschaft.

Und hier kommen die Kuschelatheisten (engl. “Faitheists”) auf den Plan. Sie glauben selbst nicht an Gott, aber sie wollen Religionskritik unterbinden, um die Gefühle gläubiger Menschen nicht zu verletzen. Das sind auch die Skeptiker, insofern sie nicht selbst religiös sind, die Bücher über Nessie und die Zahnfee schreiben, aber nicht über Gott. Warum gibt es die? Es existieren sogar ein paar wissenschaftliche Theorien zu dieser Frage, aber die sind nicht kompatibel mit neuesten Forschungserkenntnissen. Es ist ein echtes Rätsel.

Die beste Erklärung für die Existenz des Kuschelatheismus bietet Sam Harris in seinem Essay über Francis Collins an:

While it is invariably advertised as an expression of “respect” for people of faith, this accommodationism is nothing more than naked condescension, motivated by fear. Mooney and Kirshenbaum assure us that people will choose religion over science, no matter how good a case is made against religion. In certain contexts, this fear is probably warranted. I wouldn’t be eager to spell out the irrationality of Islam while standing in the Great Mosque in Mecca. But let’s be honest about how Mooney and Kirshenbaum view public discourse in the United States: watch what you say, or the Christian mob will burn down the library of Alexandria all over again. By comparison, the “combativeness” of the “New Atheists” seems entirely collegial. We merely assume that our fellow Homo sapiens possess the requisite intelligence and emotional maturity to respond to rational argument, satire, and ridicule on the subject of religion—just as they respond to these discursive pressures on all other subjects. Of course, we could be wrong. But let’s admit which side in this debate currently views our neighbors as dangerous children and which views them as adults who might prefer not to be utterly mistaken about the nature of reality.

Ich darf mich übrigens rühmen, noch vor meinen Kollegen aus Übersee andere Atheisten für ihr Weicheiertum kritisiert zu haben, Die Kategorie “Kuschelatheisten” gab es schon Monate vor den “Faitheists”. Ihr wisst ja, wo ihr die Blumen hinschicken müsst. Auf jeden Fall lautet Harris Erklärung, dass der Kuschelatheismus, der “Respekt” für Gläubige fordert, aus nackter Herablassung und Furcht resultiert. Kuschelatheisten fürchten sich vor dem christlichen Mob, der die antike Kultur zerstört hat und ebenso unsere Kultur zerstören könnte. Die Neuen Atheisten halten Gläubige nicht für so blöde und gemeingefährlich, sondern glauben an ihre Vernunft.

Doch es gibt womöglich noch eine andere Erklärung, warum bislang niemand außer mir ein religionskritisches, naturalistisches Buch für Jugendliche geschrieben hat: Vielleicht glauben andere Atheisten, dies wäre Indoktrination und gar nicht anders möglich, als durch langweiliges, oberlehrerhaftes Gesülze. Aber das ist es natürlich schon. Mit Hilfe von Satire, Action und Entertainment funktioniert das wunderbar und andere Atheisten könnten das auch. Wenn man Bücher über Nessie schreiben kann, dann geht das auch mit Gott. Man kann auch beides miteinander verbinden, wie ich es tue (in jedem Band geht es um skeptische Themen und um Religion). Endlich könnte man den Glauben an die Seite seiner geistigen Verwandtschaft stellen: Esoterik, Magie und Pseudowissenschaft.

 
15 Comments

Geschrieben von am 11. August 2009 in Literaturwissenschaft, Religionskritik, Wissenschaft

 

15 Antworten zu Das Erste seiner Art?

  1. Oolon Coluphid

    11. August 2009 at 14:47

    Als Kind hatte ich eine Phase, in der ich gerne aus drei Büchern las. Die (kath.) Kinderbibel, ein Märchenbuch und ein Witzebuch.

    Wollte ich lachen, so las ich aus dem Witzebuch, wollte ich Märchen lesen, so nahm ich das Märchenbuch zur Hand, wollte ich beides zusammen haben…. ;)

     
  2. Althir

    12. August 2009 at 01:16

    Ich würde eine andere Erklärung bevorzugen: Jugendliche wollen und benötigen keine religionskritischen Bücher, die extra für sie geschrieben wurden. Wenn ich an meine Teenagerzeit zurückdenke oder an die Jugendlichen, die ich in den letzten Jahren kennenlernte, sind Jugendliche durchaus in der Lage, Bücher mit der Zielgruppe “Erwachsene” zu verstehen.

    Ich hätte mich damals gefreut über einen Dawkins auf einem Niveau, das ich auch verstehen konnte. Ich möchte bezweifeln, dass der “Gotteswahn” für Schüler ab 14 zu kompliziert wäre. Wenn Sophokles, Lessing und ETA Hoffmann (in der Schule) angemessen sind, sollten Jugendliche auch Dawkins verstehen.
    Zudem, wieviele Jugendliche kennst Du, die tatsächlich “Jugendbücher” lesen?

    Noch etwas für Deine religionskritische Bücherliste:
    Schmidt-Salomon hat nicht nur das Ferkelbuch geschrieben (auch “Die Geschichte vom frechen Hund” und “Susi Neunmalklug”). Douglas Adams Anhalter-Trilogie liest man zum ersten mal doch eher auch als Jugendlicher.

     
  3. derautor

    12. August 2009 at 08:22

    Wenn Jugendliche keine Bücher für ihre Zielgruppe haben wollten, dann gäbe es keine Jugendbücher. So funktioniert nun einmal Marktwirtschaft: Ohne Nachfrage kein Angebot.

    “Das egoistische Gen” finde ich schon zu kompliziert, der “Gotteswahn” geht noch, aber man darf sich fragen, wie viele Jugendliche ein rund 600-Seiten-Buch lesen?

    “Die Geschichte vom frechen Hund” ist nicht religionskritisch, “Susi Neunmalklug” könnte man darunter packen. Der Schreibstil von Douglas Adams ist mit meinem gut zu vergleichen, insofern sehe ich da kein Problem.

     
  4. ZeroMatter

    12. August 2009 at 11:06

    ““Das egoistische Gen” finde ich schon zu kompliziert, der “Gotteswahn” geht noch, aber man darf sich fragen, wie viele Jugendliche ein rund 600-Seiten-Buch lesen?”

    Eigentlich nahezu alle, die ich Jemals kennen gelernt habe…

    Allein einige der Harry Potter – Bücher haben einen solchen Umfang…

     
  5. derautor

    12. August 2009 at 14:28

    Es gibt schon einen Unterschied zwischen einem philosophischen Sachbuch und Harry Potter.

    Außerdem verstehe ich nicht, was ihr beiden eigentlich sagen wollt: War es falsch, ein Buch für Jugendliche (und Erwachsene bis vielleicht 35) zu schreiben, weil diese Zielgruppe Bücher bevorzugt, die nicht für sie geschrieben wurde? Zudem fehlt mir noch immer eine Erklärung dafür, warum Jugendbücher existieren, wenn sie niemand kauft?

    Erinnert mich an die Diskussion über MSS neues Buch im Freigeisterhaus. Niemand hat es gelesen, aber alle haben eine eindeutige, unumstößliche Meinung darüber. Ich frage mich, woran das liegt. Vielleicht die Furcht vor dem Neuen?

     
  6. ZeroMatter

    12. August 2009 at 14:58

    “Es gibt schon einen Unterschied zwischen einem philosophischen Sachbuch und Harry Potter.”

    Nicht, wenn es nur um die Anzahl der Seiten geht – um darum ging es ja bei dieser Aussage:

    “Das egoistische Gen” finde ich schon zu kompliziert, der “Gotteswahn” geht noch, aber man darf sich fragen, wie viele Jugendliche ein rund 600-Seiten-Buch lesen?”

    “Außerdem verstehe ich nicht, was ihr beiden eigentlich sagen wollt: War es falsch, ein Buch für Jugendliche (und Erwachsene bis vielleicht 35) zu schreiben, weil diese Zielgruppe Bücher bevorzugt, die nicht für sie geschrieben wurde?”

    Darüber habe ich ja gar nichts geschrieben. Ich habe lediglich meine Meinung bezüglich der Sache mit den 600 Seiten vom mir gegeben.

    “Ich frage mich, woran das liegt. Vielleicht die Furcht vor dem Neuen?”

    Na ja, zugegeben, dein Wille dein neues Buch als etwas ganz Besonderes und Einzigartiges verkaufen zu wollen, wirkt schon ein bisschen forciert – wenn auch verständlich :)

     
  7. derautor

    12. August 2009 at 15:07

    Entweder es existieren schon religionskritische Bücher für Jugendliche oder nicht. Mich hat jemand zufällig auf das Thema aufmerksam gemacht und ich habe nachgeforscht. Das Ergebnis fand ich interessant und habe nach einer Erklärung dafür gesucht. End of Story.

     
  8. Joe

    12. August 2009 at 15:11

    Moin,

    du hast “Atheist Primer” von Madalyn Murray O’Hair vergessen:

    Auf youtube gibts auch irgendwo ein Video, wo einer von der CoS das vorliest, wobei auch die Seiten des Buchs gezeigt werden (es ist ein Bilderbuch).

     
  9. derautor

    12. August 2009 at 15:19

    Hat aber nur 30 Seiten und ist für Kinder. Für diese ist es vielleicht ganz interessant (wobei ich nicht der Meinung bin, dass Religion vor 10 000 Jahren schon existiert hat). Trotzdem danke für den Hinweis.

     
  10. Althir

    12. August 2009 at 16:31

    Außerdem verstehe ich nicht, was ihr beiden eigentlich sagen wollt: War es falsch, ein Buch für Jugendliche (und Erwachsene bis vielleicht 35) zu schreiben, weil diese Zielgruppe Bücher bevorzugt, die nicht für sie geschrieben wurde?
    (Ich hoffe Du hast nichts dagegen, dass meine Antwort nun etwas länger ausfällt.)

    Bei Büchern für Jugendliche, hatte ich den Begriff “Jugendbuch” im Kopf, so wie ich ich ihn vor etwa 20 Jahren kannte und vor allem negativ besetzt. Ein Buch, das man als 12/13 Jähriger in der Schule vorgesetzt bekommt, weil die Deutschlehrerin meint, sich mal mit einem Thema beschäftigen zu müssen, was ganz sicher die Probleme der Schüler anspricht. Ein Buch, triefend von “Pädagogisch Wertvollem” Geschwafel, bei dem die zwei ganz vorne sitzenden Mädchen betroffen gucken, mit Tränen in den Augen.
    Zielgruppe vielleicht 12 bis 17, wobei die tatsächlichen Leser eher 11 bis 13 sind.

    Das im Hinterkopf habe ich mir Deinen Text erneut durchgelesen und überlegt, was ich in dem Alter denn gerne gelesen hätte. Natürlich war es bei mir ebenso wie bei Dir, dass ich mich als Jugendlicher mit philosohischen Themen beschäftigt habe (das macht sicher jeder). Mit 14 hätte ich aber zu keinem Naturalismus-Buch für 14 Jährige gegriffen. Ich hätte dabei gedacht, was sich “die Erwachsenen” denn anmaßen würden zu entscheiden, was ich “schon” verstehen kann oder nicht. Wenn ich “Nathan der Weise” interpretieren kann (wurde meines Wissens nicht exlizit für Jugendliche geschrieben), dann kann ich auch ein philosophisches Buch für Erwachsene lesen.

    Du hast bereits geschrieben, dass Du Dir Jugendliche und Erwachsene bis 35 als Zielgruppe vorstellst. Also schon etwas völlig anderes, als ich in Deinen Text hineininterpretiert habe.
    Ich habe darüber nachgedacht, was bei einem Sachbuch für Jugendliche denn anders sein sollte, als bei einem für Erwachsene. Wenn es um Naturalismus und Religionskritik geht, dann denke ich, dass es der Inhalt wahrscheinlich nicht sein kann, sondern die sprachliche Schwierigkeit, es zu lesen und zu verstehen. Meines Erachtens ist da aber das Alter des Lesers gar nicht so entscheidend. Ich sehe eher den Unterschied wissenschaftlich zu populärwissenschaftlich als “für Erwachsene” zu “für Jugendliche”.

    Ich halte es auf gar keinen Fall für falsch, religionskritische Bücher zu schreiben. Und schon gar nicht religionskritische Bücher, die auch ohne abgeschlossenes Philosophiestudium zu verstehen sind. Je mehr fundierte Bücher es zu dem Thema gibt, desto besser.

    Die Frage, warum es keine solchen Bücher für Jugendliche gibt, erschien mir zudem so, wie die oft gehörte, eher unterschwellige Annahme, dass man mit Jugendlichen anders reden (und somit für sie schreiben) müsse, als mit Erwachsenen. Da ich jahrelang in Kleingruppen Nachhilfeunterricht gegeben habe, kann ich zumindest für die mir bekannten Jugendlichen sagen, dass sie keine “künstlich verjüngte” Sprache brauchen und wollen.
    (Ich habe wohl auch hier etwas viel Vorwürfe in Deinen Text hineininterpretiert.)

    Ich hoffe, mich einigermaßen verständlich gemacht zu haben.
    Wenn ich mit über 30 jetzt auch noch in Deiner “Jugendlichen” Zielgruppe bin, dann freue ich mich auf Dein Buch.

     
  11. derautor

    12. August 2009 at 17:48

    Achso! Nun, das Buch ist offiziell “ab 16″ und es ist vergleichbar mit “Per Anhalter durch die Galaxis” und den “Scheibenwelt”-Büchern, wenn auch etwas einfacher zu lesen als vor allem letztere (von der Sprache her). Ich muss sagen, dass ich die Discworld-Reihe in dem Alter nicht ganz kapiert habe und dann erst allmählich reingekommen bin.

    Wer mein erstes Buch “Terry Rotter” kennt, weiß, was ich so unter “Pädagogik” und “Jugendbuch” verstehe… (ist am rechten Rand des Blogs verlinkt). Ich wäre schon überrascht, wenn jemand das Prometheus-Trio im Unterricht empfehlen würde.

    Vielleicht sollte ich tatsächlich aufhören, es “Jugendbuch” zu nennen. Es ist eine satirische Erzählung, und gut ist.

     
  12. Bookworm

    12. Februar 2010 at 15:26

    Das “unvergleichliche” Meisterwerk – wirklich ein Jugendbuch?

    Ich habe es mir vor kurzem durchgelesen, da ich zufällig auf die Webside gestoßen bin und dort klang es ganz passabel, wenn man bedenkt, dass der Autor neu ins Geschäft eingestiegen ist. Weil ich nun jemand bin, der gerne liest, dachte ich mir, schaue ich mir diesen neuen Autor doch mal näher an. Außerdem gehörte ich zu der Zielgruppe, die dieses Buch ansprechen sollte. (17 Jahre)
    Ich hätte mir jedoch vorher die Leute ansehen sollen, die ihre Meinung zum Buch auf der Seite widergegeben haben, aber ich habe anfangs blind vertraut. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich nämlich sehr über diese positiven Meinungen auf der Webside überrascht und stellte mir gleich die Frage: Wer hatte SOWAS geschrieben? Dazu später.

    Vorweg: Ich kritisiere in diesem Text ausschließlich den Inhalt und die Charaktere, nicht den Stil. Der Stil ist ein Thema für sich.
    Anfangs war ich sehr über die “Charakterentwicklung” – falls man es überhaupt so nennen kann – überrascht und zugleich verwirrt. Johns Freundin war zum Beispiel auf den ersten Seiten relativ vernünftig und normal, eine paar Seiten später steht sie auf der gleichen Wellenlänge wie John, ohne das man weiß, was sie dazu bewegt hat. (Damit ist die Einstellung gemeint.)
    Eine Charakterentwicklung ist in diesem Buch nicht vorhanden, es gibt lediglich eine Art von Gehirnwäsche – John hat recht, kein Kontra.
    Außerdem musste ich über den Hauptcharakter schmunzeln und er machte mich nachdenklich. Am Anfang war der Charakter von John ja wie folgt: Er ist egoistisch, hat kaum Selbstbewusstsein (das erkennt man daran, dass er mit seinem Wissen protzt, um Aufmerksamkeit zu erregen), er hat eine gestörte Selbstwahrnehmung (er hält sich für etwas besseres und gibt sich nur mit Leuten ab, die er als “Auserwählte” ansieht) und er hat ein Problem mit Intelligenz. (Er ist offensichtlich durchschnittlich intelligent, hat aber ein riesiges Problem damit, durchschnittlich zu sein und tut nun alles, um intelligent zu wirken. Trotz der ganzen Forschungen und Experimente, die er durchführt, hat man diesen Eindruck, weil man mehr darauf achtet, was und wie er spricht.)
    >Jemand, der intelligent ist, behauptet nicht, intelligent zu sein, er ist es einfach.<
    Das ist, als würde ich sagen, ich bin erwachsen, aber Erwachsene sprechen nicht mehr davon, dass sie jetzt erwachsen sind – sie sind es einfach. Diejenigen, die andauernd dieses Thema ansprechen, würden es gerne sein – sind es aber nicht. (Siehe Psychologie – Psyche des Menschen)
    Ich hatte gehofft, der Charakter John erfährt diese "Aufklärung" – ich würde es Erleuchtung nennen – von der er das ganze Buch über redet. (Ich dachte anfangs auch, dass es in diesem Buch genau DARUM geht und habe es für ein psychologisch geprägtes Buch gehalten.) Leider ist dem nicht so – John macht keine Entwicklung durch. Er bleibt so, wie er ist, als wäre er nicht in der Lage, sich weiterzuentwickeln. Sprichwörtlich bleibt er ein Psycho, der es in unserer Gesellschaft kaum schaffen würde – höchstwahrscheinlich würde er sich nicht einmal sozial eingiedern können. Aber ich habe gehört, die Geschichte geht weiter! Vielleicht schafft es John, sich langsam aber sicher weiter zu entwickeln! (Vielleicht hatte der Autor auch gerade das vor?)
    Vom Charakter zur Geschichte. Erst wusste ich nicht, was für einen Sinn diese ganze Geschichte hatte, dann, was für eine Nachricht sie vermitteln sollte. Ich habe mich daraufhin mit Gleichaltrigen darüber unterhalten.(meine Gesprächspartner waren 17-24 – ich selbst bin 17 – also waren wir die Zielgruppe des Buches) Wir kamen zu dem Schluss, dass es wirklich eine Nachricht gab, aber eine, die der Autor bestimmt nicht beabsichtigt hatte:
    "Ich würde gerne ein intelligenter Physiker sein, weil ich Physik toll finde, ich möchte eine Freundin haben und ich finde Religion doof – nein, eigentlich finde ich alles doof!" (Zwischenfrage: Denkt der Autor persönlich so oder wollte er John so darstellen? Das ist unklar…) Diese Nachricht fanden wir heraus, ohne groß darüber nachzudenken. Sie spiegelte sich sprichwörtlich auf jeder Seite wieder. Natürlich ist diese Nachricht nicht schlimm, aber wofür dann ein Buch schreiben?

    Ich finde, dieses Buch macht einen sehr nachdenklich. Es passte sehr gut zu unserem Psychologie-Unterricht, da wir momentan die Psyche des Menschen und Amoklauf behandeln und der Charakter John war wie ein genau passendes Muster.(Faktoren für Amoklauf usw., kann man leicht nachlesen, wer sich dafür interessiert.)
    Zielgruppe 16 bis 35? Wirklich? Spätestens mit 16 wird man die oben genannten Dinge bemerken und ich glaube nicht, dass das die Nachricht ist, die der Autor vermitteln wollte – sofern er überhaupt eine vermitteln wollte. Nicht nur ich denke so – mehrere waren meiner Meinung, nicht zuletzt eine Lehrerin, die Psychologie studiert hat. (An dieser Stelle muss ich mich bedanken: Meine Zensur hat sich verbessert, weil dieses Buch sehr zu unserem Unterricht passte und viel zum Thema beigetragen hat.)

    Ich bin gespannt, ob der Autor das Buch weiterführt, denn nur dann hätte es einen Sinn. (Sofern er die Charakterentwicklung mit einbringt.) Leider werde ich nicht dazu kommen, es zu lesen, weil ich dieses Buch eher weniger interessant fand. Es hatte eine zu geringe Handlungsdichte, der Hauptcharakter war viel zu unsymphatisch und insgesamt die Charaktere waren sehr oberflächlich. Und die einzige Nachricht, die man entnehmen konnte, war die, die ich oben erwähnt hatte. Nicht weiter zu empfehlen, es sei denn, man will sich mit Amoklauf oder gestörtes Sozialempfinden auseinander setzten – sprich mit Psychologie.

    Ich fühlte mich dazu gezwungen, diese Meinung zu schreiben, weil ich nur positives über das Buch gefunden habe. Gibt es keine negativen? Wo sind die hin? Es wäre hilfreich gewesen, diese auch auf die Webside zu stellen, dann hätte jeder die Möglichkeit, sich ein WAHRES Bild zu machen und sich frei zu entscheiden, ob er das Buch kaufen möchte oder nicht. Ich persönlich habe es nicht gekauft und bin auch nur darauf gekommen, weil ich jemanden kenne, der eine Rezension dafür schreiben sollte, aber der es so schlecht fand, dass er nichts als negatives dazu schreiben konnte. Ich war der Meinung, dass es keine schlechten Bücher gibt, aber zu dem Zeitpunkt wusste ich auch noch nicht, was die Bekannte damit gemeint hatte.

    Apell an den Autor: Wenn Sie die Geschichte weiterführen würden, in dem sich die ganze Welt des Buches weiterentwickeln würde (ich meine jetzt nicht nur äußerlich sondern auch psychisch), würde es sich vielleicht erheblich verbessern. Nach dem Motto: Es kann doch nicht alles schlecht sein, statt dem momentanen Motto: Alles ist doof. ;) Und wenn Sie Religion kritisieren wollen, sollten Sie sich vorher richtig damit auseinandersetzten und eine überzeugende Argumentation dagegen entwickeln.
    (Ich bin definitiv nicht gläubig, da ich ebenfalls eher der Beweis-Mensch bin, aber Ihre Argumentation ist nicht sehr überzeugend um nicht zu sagen fragwürdig.)

    Ich danke für das Durchhaltevermögen derjenigen, die sich diesen langen Text angetan haben.
    Wenigstens hat der Autor jetzt Meinungen von 17 – 24 Jährigen, die ich vertrete. Demnach fehlen nur noch die 25 – 35 Jährigen. Ich hoffe sehr, dass die Kritik nicht verletzend rüber gekommen ist, das war nicht die Absicht. Es sollte nur nachdrücklicher wirken, da ich den unumstößlichen Verdacht habe, dass die negativen Meinungen verloren gegangen sind und eigentlich sollten Pro und Kontra gegenüber gestellt werden, anstatt die Sache zu verschönern, oder? An dieser Stelle möchte ich nochmal für die Nachwelt darum bitten, nicht nur die positiven Meinungen auf die Webside zu stellen, und auch nur die Meinungen von Außenstehenden und nicht von Freunden oder Bekannten.

     
    • derautor

      12. Februar 2010 at 17:16

      Danke für deine Stimme zum Buch. Es gab auch ein paar (wenige) negative Rezensionen, aber ich denke, es ist klar, dass wir nicht mit den negativen Stimmen Werbung machen. Wir (mein Verlag und ich) wollen ja, dass sich die Leute das Buch kaufen. Wenn jemand einen Fernseher verkaufen will, dann weist er die Kunden nicht auf die schlechten Testergebnisse in manchen Zeitschriften hin, sondern auf die guten Testergebnisse in anderen Zeitschriften.

      Aber ein Geheimnis sind sie auch nicht. Hier findest du eine:
      http://www.buch.ch/shop/home/rezensent/;jsessionid=fdc-8fpkfogalu5.tc2?rezensent=53044

      Ich finde deine Rezension auf jeden Fall interessant. Dass es ein unvergleichliches Meisterwerk sein sollte, hat meines Wissens aber niemand behauptet (es ist keine hohe Literatur, sondern bessere Unterhaltung. Etwas anderes soll es gar nicht sein).

      Diese psychologische Deutung von John habe ich noch nie gehört. Da er innerhalb von Minuten Mini-Atombomben bauen kann, scheint er doch recht intelligent zu sein. Gewiss ist er arrogant und durchaus kein fehlerhafter Held, eher ein Antiheld. Das sehe ich auch so – war auch so gedacht.

      Nun, in der Tat gibt es kaum Charakterentwicklung in diesem Buch. Ich sehe auch nicht, warum es die geben sollte. In Satiren gibt es typischerweise keine Charakterentwicklung, schon seit Swifts “Gullivers Reisen” bis hin zu den Büchern von Douglas Adams. In der satirischen Cartoon-Serie “Die Simpsons” gibt es seit Jahrzehnten überhaupt keine Charakterentwicklung. Das ist einfach so in diesem Genre. Es gibt viele Leute, denen das auch gut gefällt, wobei es natürlich schlecht ist, wenn jemand das Gegenteil erwartet. (Ein Buch mit 164 Seiten ist denkbar ungeeignet für psychologische Entwicklungen der Charaktere!)

      Allerdings höre ich diese Kritik oft und darum wird es im nächsten Band – falls einer kommt – Charakterentwicklung geben. Obwohl es eigentlich nicht zum Genre passt, nehme ich es ernst, wenn die Leute so etwas unbedingt haben wollen. Da ich so an Band 1 anknüpfen kann, ist das auch mit weniger als 200 Seiten möglich. Wenn auch nur deshalb.

      > Johns
      > Freundin war zum Beispiel auf den ersten Seiten relativ vernünftig und
      > normal, eine paar Seiten später steht sie auf der gleichen Wellenlänge
      > wie John, ohne das man weiß, was sie dazu bewegt hat. (Damit ist die
      > Einstellung gemeint.)

      John und Clara sind später zusammen, also unterstützen sie sich gegenseitig. Clara erkennt, wie viel Unheil der Fanatismus anrichtet (Leute wollen sie opfern…), also möchte sie die Leute informieren (zum Beispiel davon, dass es keinen guten Grund gibt, sie zu opfern).

      > Eine Charakterentwicklung ist in diesem Buch nicht vorhanden, es gibt
      > lediglich eine Art von Gehirnwäsche – John hat recht, kein Kontra.

      Warum muss es denn ein Kontra geben? Wenn jemand sagt, die Erde ist eher eine Kugel als eine Scheibe oder Wasser ist nass, dann hat er auch einfach recht, oder? John hat mit seinen Faktenaussagen recht, aber du sagst ja selbst, dass er mit seiner Arroganz nicht recht hat.

      > (Er ist offensichtlich durchschnittlich
      > intelligent, hat aber ein riesiges Problem damit, durchschnittlich zu
      > sein und tut nun alles, um intelligent zu wirken. Trotz der ganzen
      > Forschungen und Experimente, die er durchführt, hat man diesen Eindruck,
      > weil man mehr darauf achtet, was und wie er spricht.)

      Vielleicht ist das ein Missverständnis. John ist ein “Szientist”, jemand der glaubt, dass Naturwissenschaft alles erklärt und dass man etwas anderes nicht braucht. Außerdem hat er Züge der Persönlichkeit von “Savants”, das sind Menschen mit Inselbegabung, die Autisten ähneln:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Inselbegabung

      Darum ist er auch so isoliert und sozial unfähig (das ist kein Fehler, das ist so gedacht!).

      > >Jemand, der intelligent ist, behauptet nicht, intelligent zu sein, er
      > ist es einfach.

      Schön wärs. Intelligente Menschen können leider ganz schön arrogante Angeber sein.

      > Ich hatte gehofft, der Charakter John erfährt diese “Aufklärung” – ich
      > würde es Erleuchtung nennen – von der er das ganze Buch über redet.

      Diese Art von spiritueller/psychologischer Aufklärung ist hier nicht gemeint. Die Aufklärung war eine ideengeschichtliche Epoche des 18. Jahrhunderts. Die Grundsteine der modernen Wissenschaft wurden damals gelegt, kritisches Denken löste den Aberglauben und die Religion ab. Darum ist auch oft von Religion und Aberglauben die Rede (Davids Familie, die UFO-Leute, etc.).

      Das erklärt Direktor Klug in seinem Gespräch mit Clara und auch John in seinem Gespräch mit Clara im Garten. Prometheus erwähnt es auch:

      “Wir stehen im Dienste der Aufklärung. Unsere Mission ist die Herausführung des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Wir verpflichten uns, jedem Dogmatismus und Fanatismus den Kampf anzusagen und Wissenschaft und Humanität zu verteidigen.” (S. 102)

      > – John macht keine Entwicklung durch. Er bleibt so, wie er ist, als wäre
      > er nicht in der Lage, sich weiterzuentwickeln. Sprichwörtlich bleibt er
      > ein Psycho, der es in unserer Gesellschaft kaum schaffen würde –
      > höchstwahrscheinlich würde er sich nicht einmal sozial eingiedern
      > können.

      Tatsächlich sind Savants in hohen Positionen beschäftigt. Einige der erfolgreichsten Wissenschaftler sind Savants. Ihre Familien kümmern sich liebevoll um sie, wir leben zum Glück nicht in einer sozialdarwinistischen Raubtiergesellschaft.

      > Ich habe mich daraufhin mit Gleichaltrigen darüber
      > unterhalten.

      Haben die das Buch auch gelesen?

      > “Ich würde gerne ein intelligenter Physiker sein, weil ich Physik toll
      > finde, ich möchte eine Freundin haben und ich finde Religion doof –
      > nein, eigentlich finde ich alles doof!” (Zwischenfrage: Denkt der Autor
      > persönlich so oder wollte er John so darstellen? Das ist unklar…)

      Nein, ich will kein Physiker sein und ich finde auch nicht alles doof. John ist de facto ein intelligenter Physiker (er korrigiert die Berechnungen der NASA!) und er findet auch nicht alles doof (Wissenschaft findet er gut), wobei Religion gewiss zu den Dingen zählt, die er doof findet. Aber das ist nicht die Aussage des Buches, sondern die Meinung von einem einzelnen Charakter. Die Aussage des Buches ist, dass wir eine neue Aufklärung brauchen.

      > Diese
      > Nachricht fanden wir heraus, ohne groß darüber nachzudenken.

      Ja, das merke ich.

      > Ich finde, dieses Buch macht einen sehr nachdenklich.

      Ist doch super! Dann hat es sich doch gelohnt.

      > passte sehr gut
      > zu unserem Psychologie-Unterricht, da wir momentan die Psyche des
      > Menschen und Amoklauf behandeln und der Charakter John war wie ein genau
      > passendes Muster.

      Nicht jeder Einzelgänger wird zum Amokläufer! Hoffentlich erzählt euch eure Psychologielehrerin nicht solche Sachen!

      > Zielgruppe 16 bis 35? Wirklich? Spätestens mit 16 wird man die oben
      > genannten Dinge bemerken und ich glaube nicht, dass das die Nachricht
      > ist, die der Autor vermitteln wollte – sofern er überhaupt eine
      > vermitteln wollte.

      Eben! Und wer älter ist, wird vielleicht etwas anderes bemerken.

      > Nicht nur ich denke so – mehrere waren meiner
      > Meinung, nicht zuletzt eine Lehrerin, die Psychologie studiert hat.

      Wie es aussieht, hätte sie Literatur studieren müssen, um zu wissen, dass Satiren keine psychologischen Romane sind.

      > (An
      > dieser Stelle muss ich mich bedanken: Meine Zensur hat sich verbessert,
      > weil dieses Buch sehr zu unserem Unterricht passte und viel zum Thema
      > beigetragen hat.)

      Das ist doch auch super!

      > Und wenn Sie
      > Religion kritisieren wollen, sollten Sie sich vorher richtig damit
      > auseinandersetzten und eine überzeugende Argumentation dagegen
      > entwickeln.

      Es ist eine Satire, kein philosophischer Aufsatz. Und wer sagt, dass ich mich nicht damit befasst hätte?

      > (Ich bin definitiv nicht gläubig, da ich ebenfalls eher der
      > Beweis-Mensch bin, aber Ihre Argumentation ist nicht sehr überzeugend um
      > nicht zu sagen fragwürdig.)

      Welche Argumentation? Wusste ich gar nicht, dass ich überhaupt argumentiere, aber es freut mich, das zu hören.

      > Wenigstens hat der Autor jetzt Meinungen von 17 – 24 Jährigen, die ich
      > vertrete. Demnach fehlen nur noch die 25 – 35 Jährigen. Ich hoffe sehr,
      > dass die Kritik nicht verletzend rüber gekommen ist, das war nicht die
      > Absicht.

      Diese Bekannte von dir, die eine Rezension schreiben wollte – kann es sein, dass sie mir ihre Meinung per Mail geschickt hat? Sehr wahrscheinlich schon, da ich ja weiß, wer Rezensionsexemplare bekommen hat. In letzter Zeit habe ich Besprechungen von ihr und ihrer Freundin bekommen, die alle das Buch auf sehr ähnliche Weise verreißen. Und da hast es ja auch von ihr und ebenfalls eine ganz ähnliche Meinung. Ich frage mich, ob man das soziologisch erklären kann, oder ob sich da alle gegenseitig beeinflussen. Aber sehr hilfreich ist das nun nicht.

      > eigentlich sollten Pro und Kontra gegenüber gestellt werden, anstatt die
      > Sache zu verschönern, oder?

      Generell wäre es für Leser aufschlussreich, aber warum sollte das ausgerechnet jemand tun, der möchte, dass sich das Buch verkauft? Welcher Autor oder Verlag tut denn so etwas? Obwohl, vielleicht mache es es sogar in diesem speziellen Fall.

      > An dieser Stelle möchte ich nochmal für die
      > Nachwelt darum bitten, nicht nur die positiven Meinungen auf die Webside
      > zu stellen, und auch nur die Meinungen von Außenstehenden und nicht von
      > Freunden oder Bekannten.

      Ja, vielleicht werde ich die drei negativen Rezensionen, die alle aus der selben Ecke kamen und sich inhaltlich stark ähneln, einfach mal auf meinem Blog veröffentlichen. Das dürfte in der Tat aufschlussreich sein.

      Danke auf jeden Fall für deinen Beitrag.

      Schön grüßt,
      Andreas Müller

       
  13. PlainCitizen

    12. Februar 2010 at 17:26

    Bestellt. Mit Ihrer Satire zu den Gutmenschen haben Sie sich bestens empfohlen.

     
  14. Bookworm

    12. Februar 2010 at 20:11

    “Ja, vielleicht werde ich die drei negativen Rezensionen, die alle aus der selben Ecke kamen und sich inhaltlich stark ähneln, einfach mal auf meinem Blog veröffentlichen. Das dürfte in der Tat aufschlussreich sein.”

    Interessanter Gedanke und sehr zweideutig. ;)
    Sie müssen sich nicht verteidigen, es sei denn, ich sage etwas, das wahr ist. Schließlich war es nicht verletztend gemeint, sondern ledliglich eine Meinung von vielen – eine Kritik, die Ihnen ursprünglich helfen sollte, da sie aus der Zielgruppe stammte. (Um so z.B. das Buch etwas auf die Zielgruppe zuzuschneiden, falls es ein Band 2 gibt.)
    Und aus derselben Ecke? Ich hoffe sehr, dass ich in Ihre Aussage missverstehe. Leider habe ich mich auch mit niemanden unterhalten, der zuvor eine Rezension geschrieben hat. Alle sind derselben Meinung? Das ist mal wirklich interessant. Drei sagen dasselbe – ich gehe davon aus, dass es unabhägig voneinander war, weil Ihre Vermutung ja auch nicht auf mich zutraf, es sei denn, sie haben bei den anderen Beiden Gewissheit, dass sie sich zuvor darüber unterhalten haben.

    “> Diese
    > Nachricht fanden wir heraus, ohne groß darüber nachzudenken.

    Ja, das merke ich.”

    Ich hätte nicht gedacht, das derartiges missverstanden werden kann. Natürlich haben wir darüber nachgedacht – aber das wussten Sie sicherlich. Mit dieser Aussage war ursprünglich gemeint, dass wir das Ganze nicht bis ins kleinste Detail analysieren mussten, ganz einfach, weil es offensichtlich war und man ein Buch, das man in seiner Freizeit liest, nicht unbedingt wie in der Schule analysieren will.

    Ich habe nichts erkärt, weil ich dachte, es sei offensichtlich, dass sich die Lehrerin nicht mit der Textart an sich sondern lediglich mit dem Charakter John beschäftigt, da sie nicht Deutsch unterrichtet sondern Psychologie. Zu Ihrem Kommentar: “Nicht jeder Einzelgänger wird zum Amokläufer! Hoffentlich erzählt euch eure Psychologielehrerin nicht solche Sachen!” Ihnen ist sicherlich klar, dass die Theorie des Amokläufers beschreibt, WIE es dazu kommen KANN, nicht wie es dazu kommt – das ist ein großer Unterschied. Im Prinzip wie jede Theorie, deshalb heißt es ja auch Theorie – so nehme ich es mal an.

    Ich danke Ihnen, dass Sie sich Zeit genommen haben, den Kommentar zu lesen, weil er doch recht lang war. Als einzelne Person hätte ich ihn auch gar nicht geschrieben, weil ich eigentlich nur Kommentare abgebe, wenn mich das Buch überdurchschnittlich angesprochen hat. In diesem Fall habe ich mich dazu bereit erklärt, für mehrere Personen zu sprechen – deswegen ist es teilweise auch die Meinung der anderen, nicht nur von mir. Vielleicht haben wir das Ganze auch missverstanden, weil Sie einfach etwas anderes sagen wollten und sich das Buch möglicherweise nur für Gleichgesinnte eignet, die ähnlich denken. Hoffentlich war die Kritik wenigstens etwas hilfreich.

    Mit freundlichen Grüßen

     
 
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