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Niemand glaubt wirklich, dass die Bibel wahr ist

03 Aug

Geniales Video! Ein Komiker hat in Texas christliche Fundamentalisten darum gebeten, seinen Sohn und einen zaubernden Zwerg zu töten, weil es in der Bibel steht. Er hat ihnen die Passagen direkt gezeigt. Die Reaktion von einem der Befragten lautete trotzdem: “Sie verdrehen da etwas!” Ein anderer meinte: “Das gilt für damals, nicht für heute.” Frage: “Und das Verbot von Homosexualität, gilt das für heute?” Antwort: “Ja, denke schon.” Frage: “Warum? Das steht direkt bei der Passage, laut der man Kinder steinigen soll.”

Bestätigt mal wieder einwandfrei eines der Hauptergebnisse der neueren Religionsforschung (Gläubige sind arrogante Heuchler).

 
3 Comments

Geschrieben von am 3. August 2009 in Politik, Religionskritik

 

3 Antworten zu Niemand glaubt wirklich, dass die Bibel wahr ist

  1. H. Lektor

    5. August 2009 at 10:10

    ach, mein Lieber Herr Autor,
    was Sie so als genial bezeichnen, das geht ja kaum noch auf eine Kuhhaut ;-) es ist höchstens noch kongenial, im sinne einer interessant gestalteten Blitzumfrage dazu, wie biblisch orientierte Menschen zu den Geboten der Torah stehen.
    A propos: Die Überschrift paßt nicht wirklich zum Inhalt des Videao, und zwar ganz banal aus formalen Gründen: Um die “Wahrheit” kann man sich eigentlich nur bei descriptiven Texten streiten (wie etwa der Anekdote von Abrahams versuchtem Kindermord oder den Plagen von Ägypten etc.), bei präskriptiven Stellen, wie sie im Vid. zur Debatte stehen, kann man “nur” nach der Gültigkeit des Imperativs fragen.

    So, und nun mal angenommen, man glaube buchstäblich daran, daß die Berichte der “äußeren Wirklichkeit” entsprechen: Wie kommt man von da aus dann zu der Meinung, daß die Gebote buchstäblich befolgt werden müssen?
    Eigentlich nur über die bedingten Segnungen und Flüche, die mit Gebotsbefolgung bzw. -verstößen verbunden wurden.
    Was trägt das nun für die christliche Perspektive aus? klar, einerseits haben wir das Logion, daß Jesus “nicht ein Tüttelchen vom Gesetz aufzuheben” sich angeschickt habe. Andererseits sind von ihm einige interessante Auslegungsweisen überliefert, was den Umgang mit “Sündern” betrifft. Einmal wird da die Vergebungsbereitschaft ganz oben angestellt (die ehebrecherin in Jh. 2, das “7 mal 77 mal sollst du vergeben” etc) zum anderen die Aufforderung, Schieflagen dialogweise wieder in Ordnung zu bringen (“wenn Du im tempel ein Opfer darbringen willst und Dein bruder hat etwas gegen Dich, dann gehe aus dem tempel und versöhne dich erst mit deinem Bruder”)

    sodan ist speziell was das Steinigungsgebot betrifft auch auf die Begründung zu achten: “So sollst Du das Böse aus Deiner Mitte wegtun.” Wenn man das mal als den grundlegenden Imperativ nimmt, dann gibt es dazu mehrere Möglichkeiten, das zu realisieren. die priesterlichen Kreise, denen wir die betreffenden Stellen “verdanken” waren vllt. etwas übernervös (mal ganz von der Frage abgesehen, wie oft es tatsächlich zur Anwendung kam). Diese Nervösität rührte von der Vorstellung her, daß Gott, der Allerheiligste mitten im Volk Israel lebte, mitten unter ihnen und das Vorandensein von gebotsübertretung drastische Folgen nach sich zöge. Ziel war das “Ihr sollt heilig sein, weil [Gott] heilig [ist]”
    Christlicherseits ist dazu nun zu sagen, daß wir zwar im Fleisch und damit inmitten der Sünde (entspr. dem Bösen) leben, dies uns aber nicts anhaben kann, aufgrund der Vergebungszusage durch Jesus Christus (frei nach Luther formuliert, nachzuschauen im großen Katechismus zur Frage nach der Vergebung in der erklärung des Credo): Der das Böse wegtuende Agens ist hier nicht (mehr wie im AT) der Mensch, sondern Gott selber (durch die Vergebung, die er ausspricht).

     
  2. Bebu

    5. August 2009 at 14:36

    @Lektor
    Ein wunderbarer Beitrag, der mal wieder zeigt, wie man sich aus der Bibel alles und nichts heraus ableiten kann. Da wird das eine mal wörtlich genommen, das andere nicht. Da werden hier Stellen rausgenommen, dort vernachlässigt.
    Und bei allem wird auch vernachlässigt, welche Stellen wirklich von einer historischen Figur Jesus stammen, welche nachträglich eingebaut wurden, woher diese beeinflusst waren, was alles an Schriften nicht in der Bibel gelandet ist, usw. usw.

    Ich weiß ehrlich gesagt bei diesem Buch und den Leuten, die an den Blödsinn glauben, langsam nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll.

     
    • H. Lektor

      5. August 2009 at 21:00

      hab nie bestritten, daß alles, womit ich leider wirklich ALLES meine, aus der Bibel herleitbar ist.
      für SPIEGEL und BILD gilt übrigens das selbe.

      gibt es noch ein Argument dagegen, daß man an imperative nicht glauben kann, sondern sie nur befolgen oder nicht? Ansonsten war das ein recht überflüssiger Beitrag…

       
 
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