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	<title>Kommentare zu: Das Ende der Evolutionären Psychologie?</title>
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	<description>Eine Oase der Vernunft</description>
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		<title>Von: Bebu</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-961</link>
		<dc:creator>Bebu</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 20:59:35 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich in der Lage sein, zu sehen, wie undurchdacht es ist, die Existenz der menschlichen Psyche auf biochemische Vorgänge zu reduzieren.&quot;
--&gt; Was soll das denn sein, dieser &quot;gesunde Menschenverstand&quot;?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich in der Lage sein, zu sehen, wie undurchdacht es ist, die Existenz der menschlichen Psyche auf biochemische Vorgänge zu reduzieren.&#8221;<br />
&#8211;&gt; Was soll das denn sein, dieser &#8220;gesunde Menschenverstand&#8221;?</p>
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		<title>Von: derautor</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-956</link>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 15:11:02 +0000</pubDate>
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		<description>Natürlich ist der menschliche Verstand ein Produkt der Evolution! Was soll er denn sonst sein? Von einem Magier im Himmel herbeigezaubert? Hier geht es nur um Detailfragen innerhalb der Soziobiologie.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich ist der menschliche Verstand ein Produkt der Evolution! Was soll er denn sonst sein? Von einem Magier im Himmel herbeigezaubert? Hier geht es nur um Detailfragen innerhalb der Soziobiologie.</p>
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		<title>Von: mkeute</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-955</link>
		<dc:creator>mkeute</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 13:11:30 +0000</pubDate>
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		<description>Evolutionäre Psychologie ist ein Oxymoron in sich. Der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich in der Lage sein, zu sehen, wie undurchdacht es ist, die Existenz der menschlichen Psyche auf biochemische Vorgänge zu reduzieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Evolutionäre Psychologie ist ein Oxymoron in sich. Der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich in der Lage sein, zu sehen, wie undurchdacht es ist, die Existenz der menschlichen Psyche auf biochemische Vorgänge zu reduzieren.</p>
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		<title>Von: Stefan</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-952</link>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 08:34:47 +0000</pubDate>
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		<description>Was bitte sind verschiedene evolutionäre Strategien zur Genweitergabe, die man selbst wählen könne?
Ich verstehe ja sehr wohl das religiös motivierte Verlangen, bitte nicht aus Einzelteilen evolutionär zusammengeschustert zu sein, sondern möglichst uneingeschränkt Herr des eigenen Geistes zu sein. Das Problem ist nur, dass das mit der Realität und der wissenschaftlichen Faktenlage völlig unvereinbar ist. Es gibt eine ganze Reihe von psychischen Funktionen, auf die wir willentlich keinen Einfluss haben. Erwähnt hatte ich ja schon Panik und Phobien. Um auf Letztere einzugehen, denn diese sind ein schönes Beispiel für einen Konflikt zwischen Rationalität/Wille und fester Verdrahtung. Bei einer Phobie spielt es überhaupt keine Rolle, ob die betroffene Person weiß, wie irrational und unsinnig seine Phobie ist. Sie kann ganz genau wissen und davon überzeugt sein, dass Spinnen trotz ihrer Spinnenphobie für sie völlig ungefährlich und jegliche Angst vor einheimischen Spinnen unbegründet ist. Doch das interessiert die Phobie nicht die Bohne ... Phobien lassen sich zudem nur im evolutionspsychologischen Kontext wirklich verstehen. Denn Phobien entwickeln sich sehr spezifisch zu Reizen, die nur im evolutionären Kontext sinnvoll als adaptiv gedeutet werden können. Konkret gibt es Phobien gegen Schlangen, Spinnen, offene Plätze, Enge, Höhe, Dunkelheit ... alles Dinge, die für unsere Vorfahren in der Tat gefährlich waren, die heute aber in der Regel völlig harmlos sind. Für die heutigen, realen Gefahren gibt es dagegen fast keine Möglichkeit Phobien zu entwickeln: Autos, Elektrizität, Waffen, alles mögliche heute Gefährliche. Doch Phobien werden nur bezogen auf die archaische Klasse von Gefahren schnell und dauerhaft gelernt (mitunter reicht eine negative Erfahrung mit Schlangen für eine Schlangenphobie, aber zwei Mal vom Auto überfahren werden nicht für eine Autophobie). Warum?
Und da kommen wir auch gleich zu den Modulen. Phobien, und viele andere Dinge, sind klar abgegrenzt in ihrer Funktionalität, nicht auf bestimmte Menschen beschränkt und vor allem weder klassisch erlernt noch &quot;allgemein psychisch frei entschieden&quot;. Man hat also eine isolierte Funktionalität. Ein Modul.
Dass Funktionen unterschieden werden können ist wiederum per se Grundvoraussetzung für die Evolution. Denn in dieser müssen sich schließlich proximate Funktionen behaupten. Eine Mutation führt zu einer Veränderung in einer Funktion und diese Veränderung wiederum zur veränderten Selektion der Funktion und damit zur Evolution. Die Unterscheidung von solchen Funktionen ist daher absolute Grundvoraussetzung für die (wissenschaftliche) Evolution. Natürlich kann man sich pseudowissenschaftlich auch eine Evolution zusammenschustern, die nicht auf Adaptationen, Selektion und Mutation basiert. Aber das hat dann nichts mehr mit der wissenschaftlichen Evolutionstheorie zu tun. Sobald man aber psychische Funktionen zu unterscheiden beginnt und diese sich evolutionär entwickeln lässt, ist man bei dem gelandet, was im gegenwärtigen Sprachgebrauch evolvierte psychische Module sind.
Nebenbei, wer einmal Panik erlebt hat, wird auch nicht mehr so schnell behaupten, es gäbe keine archaischen Funktionen, die sich bedingungslos ihren Weg schlagen und zur Ausführung kommen ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was bitte sind verschiedene evolutionäre Strategien zur Genweitergabe, die man selbst wählen könne?<br />
Ich verstehe ja sehr wohl das religiös motivierte Verlangen, bitte nicht aus Einzelteilen evolutionär zusammengeschustert zu sein, sondern möglichst uneingeschränkt Herr des eigenen Geistes zu sein. Das Problem ist nur, dass das mit der Realität und der wissenschaftlichen Faktenlage völlig unvereinbar ist. Es gibt eine ganze Reihe von psychischen Funktionen, auf die wir willentlich keinen Einfluss haben. Erwähnt hatte ich ja schon Panik und Phobien. Um auf Letztere einzugehen, denn diese sind ein schönes Beispiel für einen Konflikt zwischen Rationalität/Wille und fester Verdrahtung. Bei einer Phobie spielt es überhaupt keine Rolle, ob die betroffene Person weiß, wie irrational und unsinnig seine Phobie ist. Sie kann ganz genau wissen und davon überzeugt sein, dass Spinnen trotz ihrer Spinnenphobie für sie völlig ungefährlich und jegliche Angst vor einheimischen Spinnen unbegründet ist. Doch das interessiert die Phobie nicht die Bohne &#8230; Phobien lassen sich zudem nur im evolutionspsychologischen Kontext wirklich verstehen. Denn Phobien entwickeln sich sehr spezifisch zu Reizen, die nur im evolutionären Kontext sinnvoll als adaptiv gedeutet werden können. Konkret gibt es Phobien gegen Schlangen, Spinnen, offene Plätze, Enge, Höhe, Dunkelheit &#8230; alles Dinge, die für unsere Vorfahren in der Tat gefährlich waren, die heute aber in der Regel völlig harmlos sind. Für die heutigen, realen Gefahren gibt es dagegen fast keine Möglichkeit Phobien zu entwickeln: Autos, Elektrizität, Waffen, alles mögliche heute Gefährliche. Doch Phobien werden nur bezogen auf die archaische Klasse von Gefahren schnell und dauerhaft gelernt (mitunter reicht eine negative Erfahrung mit Schlangen für eine Schlangenphobie, aber zwei Mal vom Auto überfahren werden nicht für eine Autophobie). Warum?<br />
Und da kommen wir auch gleich zu den Modulen. Phobien, und viele andere Dinge, sind klar abgegrenzt in ihrer Funktionalität, nicht auf bestimmte Menschen beschränkt und vor allem weder klassisch erlernt noch &#8220;allgemein psychisch frei entschieden&#8221;. Man hat also eine isolierte Funktionalität. Ein Modul.<br />
Dass Funktionen unterschieden werden können ist wiederum per se Grundvoraussetzung für die Evolution. Denn in dieser müssen sich schließlich proximate Funktionen behaupten. Eine Mutation führt zu einer Veränderung in einer Funktion und diese Veränderung wiederum zur veränderten Selektion der Funktion und damit zur Evolution. Die Unterscheidung von solchen Funktionen ist daher absolute Grundvoraussetzung für die (wissenschaftliche) Evolution. Natürlich kann man sich pseudowissenschaftlich auch eine Evolution zusammenschustern, die nicht auf Adaptationen, Selektion und Mutation basiert. Aber das hat dann nichts mehr mit der wissenschaftlichen Evolutionstheorie zu tun. Sobald man aber psychische Funktionen zu unterscheiden beginnt und diese sich evolutionär entwickeln lässt, ist man bei dem gelandet, was im gegenwärtigen Sprachgebrauch evolvierte psychische Module sind.<br />
Nebenbei, wer einmal Panik erlebt hat, wird auch nicht mehr so schnell behaupten, es gäbe keine archaischen Funktionen, die sich bedingungslos ihren Weg schlagen und zur Ausführung kommen <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	<item>
		<title>Von: H. Lektor</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-949</link>
		<dc:creator>H. Lektor</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 20:58:27 +0000</pubDate>
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		<description>nebenbei: Danke für die Indirekte Lanze.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>nebenbei: Danke für die Indirekte Lanze.</p>
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	<item>
		<title>Von: derautor</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-942</link>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 13:02:01 +0000</pubDate>
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		<description>Die Umweltbedingungen haben sich dieser Kritiker zufolge für den Menschen so oft und schnell verändert, dass er von Natur aus sehr flexibel ist und verschiedene evolutionäre Strategien zur Genweitergabe selbst auswählen kann, je nach Bedingungen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Umweltbedingungen haben sich dieser Kritiker zufolge für den Menschen so oft und schnell verändert, dass er von Natur aus sehr flexibel ist und verschiedene evolutionäre Strategien zur Genweitergabe selbst auswählen kann, je nach Bedingungen.</p>
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		<title>Von: Stefan</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-941</link>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 11:45:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://feuerbringer.com/?p=1255#comment-941</guid>
		<description>Ach ja, eine Anmerkung noch. Man kann nicht einerseits anerkennen, dass auch der Geist in der Evolution geformt wurde, und andererseits die Existenz von vererbbaren psychischen Merkmalen leugnen. Zumindest mit der Evolutionstheorie Darwins ist das nicht vereinbar. Es muss funktionale Einheiten geben, auf die sich Selektion und Mutation auswirken. Zum Vergleich: Man kann nicht behaupten, der menschliche Körper hätte sich evolutionär entwickelt, würde aber aus keinerlei funktionalen, erblichen und zu unterscheidenden Einheiten bestehen. Wer die Existenz von funktionalen Einheiten leugnet, gleichzeitig aber eine evolutionäre Ausdifferenzierung haben will, der muss erst einmal folgende Frage beantworten: Wie soll das funktionieren?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ach ja, eine Anmerkung noch. Man kann nicht einerseits anerkennen, dass auch der Geist in der Evolution geformt wurde, und andererseits die Existenz von vererbbaren psychischen Merkmalen leugnen. Zumindest mit der Evolutionstheorie Darwins ist das nicht vereinbar. Es muss funktionale Einheiten geben, auf die sich Selektion und Mutation auswirken. Zum Vergleich: Man kann nicht behaupten, der menschliche Körper hätte sich evolutionär entwickelt, würde aber aus keinerlei funktionalen, erblichen und zu unterscheidenden Einheiten bestehen. Wer die Existenz von funktionalen Einheiten leugnet, gleichzeitig aber eine evolutionäre Ausdifferenzierung haben will, der muss erst einmal folgende Frage beantworten: Wie soll das funktionieren?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-940</link>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 11:30:30 +0000</pubDate>
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		<description>Mir ist keine Widerlegung von vererbbaren psychischen Merkmalen (Module) bekannt. Auch aus dem von dir indirekt angesprochenen Newsweek-Artikel folgt nichts derartiges. In dem Zusammenhang möchte ich auch gleich das hervorragende Buch &quot;Animal Poeta&quot; von Karl Eibl empfehlen. Eibl führt ebenfalls die Befunde zur Eifersucht, dem Hüfte-Taille-Verhältnis und so weiter an. Anders als die Newsweek-Autorin hat er aber offenbar kein Verlangen mit großen, starken Tönen von sich reden zu machen. Stattdessen lässt er Vernunft walten. Und die sieht so aus, dass eigenltich niemand sagt, dass Module nicht auch kulturellen Input verarbeiten könnten oder auf diesen sogar ausgelegt sein könnten. Im Gegenteil. Denkt man evolutionstheoretisch, muss ein komplexes Wesen mit komplexem Verhalten sowohl flexibel als auch fest verdrahtet sein. Es ist also einerseits sinnvoll feste Module auf niedriger Verarbeitungsebene anzunehmen. Dort, was die Entstehung von Phobien oder Panikattacken angeht, ist die Evolutionspsychologie nicht nur gut abgesichert, sondern auch fundamental. Andererseits, und da kommen wir jetzt zu den höheren Modulen, muss auch eine kulturelle oder Umweltflexibilität gegeben sein. Und das erreicht man, wenn die Module diesen Input verarbeiten können. Ein Hüfte-Taille-Modul würde dann nicht mehr ein festes Verhältnis vorgeben, sondern dieses aus dem kulturellen Umfeld ableiten. Welches das kulturelle Umfeld vorgibt, das lässt sich auch wieder evolutionär ableiten. Aber dazu verweise ich wieder auf das Buch. Der Punkt ist: Nur weil einzelne Hypothesen widerlegt werden, fällt damit weder die Wissenschaft an sich, noch deren Kernannahmen. Deswegen habe ich dich auch auf Lakatos verwiesen.
Wissenschaftliche Theorien sind Gebilde der Art Kerntheorie, Zwischentheorien (einer Hülle um den Kern) und von diesen letztlich abgeleiteten Hypothesen. Erweist sich eine Hypothese als falsch, folgt daraus noch lange nicht, dass eine tieferliegende Schicht ebenfalls falsch sein *muss*.
Lakatos. Wissenschaftstheorie. Lesen! Und Eibl ist auch sehr zu empfehlen. Gerade für einen Sprachwissenschaftler wie dich sehr interessant (Untertitel des Buches: &quot;Bausteine einer biologischen Kultur- und Literaturtheorie&quot;).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist keine Widerlegung von vererbbaren psychischen Merkmalen (Module) bekannt. Auch aus dem von dir indirekt angesprochenen Newsweek-Artikel folgt nichts derartiges. In dem Zusammenhang möchte ich auch gleich das hervorragende Buch &#8220;Animal Poeta&#8221; von Karl Eibl empfehlen. Eibl führt ebenfalls die Befunde zur Eifersucht, dem Hüfte-Taille-Verhältnis und so weiter an. Anders als die Newsweek-Autorin hat er aber offenbar kein Verlangen mit großen, starken Tönen von sich reden zu machen. Stattdessen lässt er Vernunft walten. Und die sieht so aus, dass eigenltich niemand sagt, dass Module nicht auch kulturellen Input verarbeiten könnten oder auf diesen sogar ausgelegt sein könnten. Im Gegenteil. Denkt man evolutionstheoretisch, muss ein komplexes Wesen mit komplexem Verhalten sowohl flexibel als auch fest verdrahtet sein. Es ist also einerseits sinnvoll feste Module auf niedriger Verarbeitungsebene anzunehmen. Dort, was die Entstehung von Phobien oder Panikattacken angeht, ist die Evolutionspsychologie nicht nur gut abgesichert, sondern auch fundamental. Andererseits, und da kommen wir jetzt zu den höheren Modulen, muss auch eine kulturelle oder Umweltflexibilität gegeben sein. Und das erreicht man, wenn die Module diesen Input verarbeiten können. Ein Hüfte-Taille-Modul würde dann nicht mehr ein festes Verhältnis vorgeben, sondern dieses aus dem kulturellen Umfeld ableiten. Welches das kulturelle Umfeld vorgibt, das lässt sich auch wieder evolutionär ableiten. Aber dazu verweise ich wieder auf das Buch. Der Punkt ist: Nur weil einzelne Hypothesen widerlegt werden, fällt damit weder die Wissenschaft an sich, noch deren Kernannahmen. Deswegen habe ich dich auch auf Lakatos verwiesen.<br />
Wissenschaftliche Theorien sind Gebilde der Art Kerntheorie, Zwischentheorien (einer Hülle um den Kern) und von diesen letztlich abgeleiteten Hypothesen. Erweist sich eine Hypothese als falsch, folgt daraus noch lange nicht, dass eine tieferliegende Schicht ebenfalls falsch sein *muss*.<br />
Lakatos. Wissenschaftstheorie. Lesen! Und Eibl ist auch sehr zu empfehlen. Gerade für einen Sprachwissenschaftler wie dich sehr interessant (Untertitel des Buches: &#8220;Bausteine einer biologischen Kultur- und Literaturtheorie&#8221;).</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: derautor</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-938</link>
		<dc:creator>derautor</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 09:58:09 +0000</pubDate>
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		<description>Nein, die Grundvoraussetzung dafür, dass die EV Sinn ergibt, liegt darin, dass Module im Gehirn existieren, deren genetische Grundlage in der Altsteinzeit adaptiv waren und die sich seitdem nicht verändert haben. Was man nun herausgefunden zu haben glaubt, ist ja gerade, dass diese Module nicht existieren und unser Gehirn viel flexibler arbeitet. Im Gegensatz zu anderen Tieren können wir angeblich je nach Umgebung eine evolutionäre Strategie selbst wählen.

Es wären nicht nur einige Thesen widerlegt (einige sind darum zutreffend, weil es eben diese Universalien gibt), sondern das Fundament der EV. Ich habe das jetzt deutlicher geschrieben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, die Grundvoraussetzung dafür, dass die EV Sinn ergibt, liegt darin, dass Module im Gehirn existieren, deren genetische Grundlage in der Altsteinzeit adaptiv waren und die sich seitdem nicht verändert haben. Was man nun herausgefunden zu haben glaubt, ist ja gerade, dass diese Module nicht existieren und unser Gehirn viel flexibler arbeitet. Im Gegensatz zu anderen Tieren können wir angeblich je nach Umgebung eine evolutionäre Strategie selbst wählen.</p>
<p>Es wären nicht nur einige Thesen widerlegt (einige sind darum zutreffend, weil es eben diese Universalien gibt), sondern das Fundament der EV. Ich habe das jetzt deutlicher geschrieben.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan</title>
		<link>http://feuerbringer.com/2009/07/03/das-ende-der-evolutionaren-psychologie/#comment-937</link>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 07:43:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://feuerbringer.com/?p=1255#comment-937</guid>
		<description>Also das ist jetzt aber ein grundlegendes Missverständnis davon, wie Wissenschaft funktioniert. Widerlegte Thesen schaden nicht der Wissenschaft, sondern sind der Motor, das Herz, das wichtigste Element in der Wissenschaft. Dass einzelne evolutionspsychologische Hypothesen widerlegt werden konnten, zeigt NICHT, dass die Evolutionspsychologie Unsinn sei, sondern belegt die Wissenschaftlichkeit der Arbeitsweise innerhalb der Disziplin. Der Wissenschaft aus diesem normalen Vorgang einen Strick drehen zu wollen ist völlig analog zu der Behauptung, &#039;die&#039; Physik sei offensichtlicher Blödsinn, da Newton und diverse andere geirrt hätten. Das Gegenteil ist der Fall. Um dies auch für die Evolutionstheorie und die Evolutionäre Psychologie zu verstehen sollte man sich einmal mit Wissenschaftstheorie beschäftigen. Und dort besonders mit dem Werk Lakatos:
http://www.lse.ac.uk/collections/lakatos/scienceAndPseudoscience.htm</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also das ist jetzt aber ein grundlegendes Missverständnis davon, wie Wissenschaft funktioniert. Widerlegte Thesen schaden nicht der Wissenschaft, sondern sind der Motor, das Herz, das wichtigste Element in der Wissenschaft. Dass einzelne evolutionspsychologische Hypothesen widerlegt werden konnten, zeigt NICHT, dass die Evolutionspsychologie Unsinn sei, sondern belegt die Wissenschaftlichkeit der Arbeitsweise innerhalb der Disziplin. Der Wissenschaft aus diesem normalen Vorgang einen Strick drehen zu wollen ist völlig analog zu der Behauptung, &#8216;die&#8217; Physik sei offensichtlicher Blödsinn, da Newton und diverse andere geirrt hätten. Das Gegenteil ist der Fall. Um dies auch für die Evolutionstheorie und die Evolutionäre Psychologie zu verstehen sollte man sich einmal mit Wissenschaftstheorie beschäftigen. Und dort besonders mit dem Werk Lakatos:<br />
<a href="http://www.lse.ac.uk/collections/lakatos/scienceAndPseudoscience.htm" rel="nofollow">http://www.lse.ac.uk/collections/lakatos/scienceAndPseudoscience.htm</a></p>
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