In der Gemeinde Bad Waldliesborn hat ein Pfarrer die Trauergäste aus der Trauerhalle ausgesperrt. Grund: Der verstorbene Mann war aus der Kirche ausgetreten und es war ein privater Trauerredner verpflichtet worden. Zwar handelte es sich bei diesem um einen studierten Theologe, doch, so sagte der Pfarrer, er wisse nicht “welches Süppchen die kochen”.
Nun, bei diesem zu kochenden Süppchen ging es im Kern darum, dass eine Witwe den Tod ihres verstorbenen Mannes betrauern wollte. Offenbar wich dieses Konzept vom Süppchen des Herrn Pfarrers ab, der keine Ungläubigen auf seinem “geweihten Ort” sehen möchte. Der Witwe Ursula Sassen ist diese Erfahrung nicht gut bekommen. Wenn sie an die Bestattung ihres kürzlich verstorbenen Mannes denkt, „meine ich manchmal, dass es mich zerreißt“.
Pfarrer Günter Hüls sieht das anders, so dürfe in seinem “geweihten Ort” keine private Trauerfeier stattfinden, „nicht irgendetwas, das nicht im katholischen oder evangelischen Sinne ist“. Der Kirchenvorstand stimmt ihm hier zu. Außerdem fühlt sich der Herr Pfarrer “ein bisschen getäuscht”, nachdem die Sache an die Öffentlichkeit gelangt ist. “Wo bleibt da die Christlichkeit?”, fragt derweil Ursula Sassen.
Nun, Sie haben da ein völlig falsches Konzept von “Christlichkeit”, Frau Sassen. Das Christentum war zum absolut überwiegenden Teil seiner Existenz genau das, was der Herr Pfarrer Hüls Ihnen hier auftischt: Kleingeistige, tribalistische Bigotterie und Verachtung von allem, was nicht auf die selbe Weise kleingeistig, tribalistisch und bigott ist. Ein wahrer Christ und ein guter Mensch sind zwei ganz verschiedene, unvereinbare Konzepte.
„Wenn die Trauerfeier im Sinn des Islam ist“, dann kann sich Günter Hüls allerdings eine Trauerfeier vorstellen. Nur die Gottlosen bekommen keine – so weit kommt es noch! Im Gegensatz zu wahren Christen und Muslimen sind die schließlich keine kleingeistigen, tribalistischen und bigotten Gottessklaven.
Wenn Atheisten sterben, dann können ihre Angehörigen ja irgendwo anders trauern. “Heute kann bei uns jeder nach seiner Fasson selig werden”, informiert uns Pfarrer Hüls. Aber bitte ganz weit weg von uns anständigen Christen.
Viele Leute lassen sich diese beständigen Frechheiten vom Klerus sowieso nur noch bieten, weil sie Hochzeiten und Beerdigungen organisieren und diesen einen sakralen Touch geben. Wenn sie dazu nicht mehr willens sind, werden die Leute früher oder später einsehen, dass der ganze Klerus im Grunde wertlos ist.
Quelle: Tageszeitung “Der Patriot”.








