RSS

Pro Ethik in der Schweiz

12 Mai

Graubünden WappenNun möchten die Jungsozialisten per Volksabstimmung im Schweizer Kanton Graubünden Religion als Pflichtfach durch Ethik ersetzen. Das Gegenkonzept von Kirchen und Regierung (warum kann man die in einem Atemzug nennen?) sieht das “1+1-Modell” vor, welches eine Wochenlektion Religion, das durch die Kirchen erteilt wird, und eine säkulare Wochenlektion namens “Religionskunde und Ethik” etablieren will.

Für die Gesamtschweiz ist geplant, den staatlichen Lernbereich “Ethik – Religionen – Kultur” einzuführen. Das sieht der für 21 Kantone entwickelte “Lehrplan 21″ vor. Graubünden nimmt dieses Vorhaben teils vorweg und ist somit ein Prüfstein, ob das Vorhaben angenommen wird.

Bei Jesus.ch liest man dazu: “Auch der reformierte Theologe Peter Bernhard verteidigt das Modell “1+1″, weil damit die historisch gewachsene Partnerschaft und Kooperation zwischen Staat und Kirche fortgesetzt und weiterentwickelt werde.”

Was mal wieder meine These bestätigt, dass moderate Gläubige vielleicht gar nicht so moderat sind, wenn sie, wie hier, der Trennung von Kirche und Staat vehement widersprechen. Die “Diskussion ist weit von einem “Kulturkampf” entfernt”, heißt es dort auch. Schade, da muss Graubünden aufholen.

Einigermaßen bizarr ist, dass der Vorschlag der Kirchen in der Schweiz dem der Berliner Initiative “Pro Ethik” nahesteht, weil sie sowohl Religion als auch Ethik haben wollen. Natürlich ist Pro Ethik bereits ein Kompromiss gewesen. Der Staat sollte an sich gar nicht für einen Unterricht bezahlen und ihn in staatlichen Gebäuden zulassen, der von den Kirchen betrieben wird.

 
1 Comment

Geschrieben von am 12. Mai 2009 in Politik, Religionskritik

 

Tags: , ,

Eine Antwort zu Pro Ethik in der Schweiz

  1. Stefan

    12. Mai 2009 at 20:31

    Kirche als Partner des Staates… Das muss erstmal verdaut werden.
    Staaten als Partner von anderen Staaten – Ja.
    Individuen als Partner von anderen Individuen – Kein Problem.
    Unternehmen als Parnter von anderen Unternehmen – Unter Umständen nützlich.
    Kirche und Unternehmen als gegenseitige Partner – Immerhin noch vorstellbar.

    Aber Kirche und Staat? Solange nicht der Kaiser zum Bischof sagt: “Halte du sie dumm, ich halte sie arm” passt das einfach nicht. In jedem anderen Fall wäre die Position der Kirche nicht anders als die eines Blutegels am Allerwertesten.

     
 
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 103 other followers