RSS

Tiefer Graben: Ein ungläubiges Gedicht

19 Apr

Meine Einsendung für den Blasphemiepreis “Frecher Mario” nun als Video. Ein satirisches Märchen in Gedichtform.

Und hier der Gedichttext:


Eines Tages im August,
Herr Schmidt hat nichts zu tun gewusst,
da nahm er sich ein Buch zu lesen,
es sind auch Bilder drin gewesen.

In jenem alten Märchenbuch,
erfuhr er viele Dinge.
Es sprach von Geistern, einem Fluch
und wie man ihm entrinne.

Dann auf Seite 83
starrte der Herr Schmidt und fragt sich,
ob das wahr sei, was da steht,
die Stelle mit dem Blumenbeet.

Denn unter diesem Beet vergraben,
liegt ein Schatz aus alten Sagen,
der so groß ist wie ein Hinkelstein,
den wollt er für sich allein.

Ein Diamant, sagt die Geschichte,
liegt unter diesem Beet versteckt.
Dass er auf jenen wohl verzichte,
das ist gar nicht so bezweckt.

Da nahm Herr Schmidt sich einen Spaten
und er fing gleich an zu graben,
bis der Sonntag ganz vorrüber war
stand sein Beet schon nicht mehr da.

Doch den Garten gab es noch,
wenn auch mit einem großen Loch.
Er fragte seine Frau, ob sie mal gehe,
und in das Loch hinein sehe.

Als sie darin nichts finden sollte,
sagt ihr Mann: „Das was ich wollte,
war ein riesengroßer Edelstein,
drum grub ich dieses Loch hinein.”

Sprach die Frau: „So halt nicht ein,
und hol die Kinder mit hinein.
Sie sollen auch im Loche graben,
ich werde ihnen das gleich sagen.

Jeden Sonntag gruben sie,
doch den Stein, den fandens nie,
sie gruben bald mit ihren Freunden,
irgendwann mit fremden Leuten.
Einen Namen gab sich der Verein,
zu einem Beitritt sagt ich: „Danke, nein!”
Sie nannten sich „Diamantologen” -
das war sorgsam klug erwogen.

Herr Schmidt, der klingelte darauf
an meiner Tür, „Mach doch mal auf!”
sagt er und war schon eingetreten,
ich hat ihn nicht hinein gebeten.

Er sagt: „Mein Garten, der ist alle,
da drinnen sind keine Kristalle.”
Er sprach, er wolle meinen kaufen,
und dahin mit dem Spaten laufen.

Ich verkaufte ihn für sehr viel Geld,
weil er ja nen Schatz enthält.
Diamantologen gruben dort
und tanzten nachts an diesem Ort.

Sie sangen Lieder für den Herrn
und Schöpfer, den Diamanten,
benannten nach ihm einen Stern,
dessen Namen sie nicht kannten.

Der Diamant wird sie erlösen
von dem Guten oder Bösen,
sie wussten das, weiß nicht warum,
sie glaubtens trotzdem, eben drum.

Und die Moral von der Geschicht:
Dem Diamanten glaube nicht.
Traue keinen Führern, Pfaffen,
die sind auch nur alle Affen.

Und wenn einer drauf besteht,
auf Erlösung, Glaube und Gebet,
dann kannst du ihm das eine sagen,
das Kreuz soll er alleine tragen.

 
Kommentare deaktiviert

Geschrieben von - 19. April 2009 in Uncategorized

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 101 other followers